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Lymphödem – Erkennen, Behandeln, Vorbeugen

Aktualisiert am 14.04.2026 |
10 Min. Lesezeit
Geprüft von:Partner Management

Einleitung

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung des Lymphsystems, bei der die Lymphflüssigkeit (Lymphe) nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann und sie sich deshalb im umliegenden Gewebe, meist an Armen oder Beinen, staut. Es kommt zu Schwellungen und Schmerzen, außerdem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Leider wird die Erkrankung noch immer häufig erst spät erkannt. Erfahre hier, was erste Symptome eines Lymphödems sind und wie du die damit verbundenen Beschwerden abmildern kannst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Was ist ein Lymphödem? Bei einem Lymphödem handelt es sich um eine Erkrankung des Lymphsystems, bei der Beine, Arme oder andere Körperregionen, die von einem gestörten Lymphabfluss betroffen sind, stark anschwellen. Dies führt zu Schmerzen, das Infektionsrisiko ist erhöht.

  • Was hilft bei einem Lymphödem? Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Dennoch kannst du vieles tun, um die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) unterstützt dich dabei. Sie beinhaltet manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, regelmäßige Bewegung und sorgfältige Hautpflege. Auch die richtige Ernährung bei einem Lymphödem (salzarm) und Gewichtskontrolle sind von großer Bedeutung.

  • Die Kompression bei einem Lymphödem erfolgt in der Regel entweder durch Kompressionsverbände (meist durch Kurzzugbinden) während der Entstauungsphase oder durch das Tragen von individuell angepassten Kompressionsstrümpfen in der Erhaltungsphase. Die Kompression stabilisiert das Gewebe, unterstützt die Abfuhr von Gewebsflüssigkeit (Lymphe) und soll ein Wiederanschwellen verhindern.

Was ist ein Lymphödem?

Vielleicht hast du von deinem Arzt gerade die Diagnose „Lymphödem“ bekommen und willst nun wissen: Ein Lymphödem – was ist das eigentlich? Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um eine chronische Schwellung, die entsteht, wenn die Lymphflüssigkeit nicht richtig abtransportiert werden kann. Die Flüssigkeit sammelt sich dann im Gewebe. Neben der Schwellung können auch Hautveränderungen sowie ein erhöhtes Infektionsrisiko die Folgen sein.

Definition Lymphödem

Eine offizielle Definition eines Lymphödems gibt es eigentlich nicht. In medizinischen Beschreibungen wird die Erkrankung jedoch einheitlich als eine chronische Schwellung verstanden, die durch eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe entsteht, weil das Lymphsystem gestört ist. Oft wird auch der Begriff „chronisches Lymphödem“ verwendet.

Eine wichtige Unterscheidung

Grundsätzlich werden zwei Arten eines Lymphödems unterschieden – das primäre und das sekundäre Lymphödem. Von einem primären Lymphödem ist die Rede, wenn eine angeborene oder genetisch bedingte Fehlbildung des Lymphgefäßsystems vorliegt. Diese kann sich bereits nach der Geburt oder auch erst im Jugend- und Erwachsenenalter bemerkbar machen. Das primäre Lymphödem kommt sehr selten vor. Von einhunderttausend Menschen ist nur durchschnittlich einer betroffen. Dem gegenüber steht das sekundäre Lymphödem, das erheblich verbreiteter ist. Es ist gegeben, wenn das Lymphsystem im Laufe des Lebens Schaden nimmt, etwa durch Verletzungen, Infektionen oder Krebstherapien.

Entsprechend des Schweregrades werden vier Lymphödem-Stadien unterschieden:

  • Lymphödem-Stadium 0:

    Das sogenannte „Latenzstadium“. Es sind noch keine sichtbaren Schwellungen zu erkennen, doch der Lymphabfluss ist bereits gestört.

  • Lymphödem-Stadium 1

    Die Schwellung ist noch weich. Sie bildet sich meist nach körperlicher Anstrengung oder am Ende des Tages. Wenn die Beine oder Arme hochgelagert werden, verschwindet das Ödem oder bildet sich zumindest zurück.

  • Lymphödem-Stadium 2

    Die Schwellung ist dauerhaft und verschwindet durch Hochlagerung nicht mehr. Erste Gewebeverhärtungen können auftreten. Die Anfälligkeit für Infekte ist in diesem Stadium erhöht.

  • Lymphödem-Stadium 3

    In diesem Stadium (diese schwerste Form des Lymphödems wird auch „Elephantiasis“ genannt) ist das betroffene Körperteil stark angeschwollen, in einigen Fällen sogar bis zur Unförmigkeit. Es liegen starke Verhärtungen, Hautveränderungen und oft auch Bewegungseinschränkungen vor. In diesem Stadium können Komplikationen wie Ekzeme, Hautpilze, Wundrosen und Lymphfisteln hinzukommen. Achtung: Besteht dieses Stadium über Jahre, so kann sich ein Lymphangiosarkom (ein Tumor) bilden. Dies kann tödlich sein!

 Lymphsystem und seine Funktion

Das Lymphsystem ist ein Netzwerk aus Lymphgefäßen (auch Lymphbahnen genannt), Lymphknoten und Organen. Es ist im Körper für die Flüssigkeitsregulierung, die Fettaufnahme und die Immunabwehr zuständig.

Ist der Lymphfluss jedoch gestört, staut sich die Flüssigkeit im Gewebe, was zu Schwellungen (Ödemen) führt. Unbehandelt können Gewebeschäden sowie Verhärtungen (Fibrosen) die Folge sein. Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe

Wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt, so deutet dies darauf hin, dass eine Blockade oder Beschädigung des Lymphsystems den Abtransport verhindert. Ursachen dafür können angeborene Fehlbildungen (primäres Lymphödem) oder erworbene Schäden sein, etwa nach Operationen oder Bestrahlungen, durch Verletzungen, Infektionen oder auch durch starkes Übergewicht und Bewegungsmangel (sekundäres Lymphödem).

Zu viel Lymphflüssigkeit nach einer Operation kann zum Beispiel durch die Verletzung von Lymphgefäßen, die Entfernung von Lymphknoten oder durch Entzündungen entstehen, welche den normalen Lymphabfluss stören. Bemerkst du, dass sich nach einer Operation zu viel Lymphflüssigkeit in deinem Gewebe ansammelt, so solltest du unbedingt schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob du es mit einer normalen Schwellung zu tun hast, die binnen weniger Wochen wieder abklingt, oder ob es sich um ein Lymphödem handelt.

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Das sind die Ursachen eines Lymphödems

Die Ursachen eines Lymphödems können unterschiedlich sein. Grundsätzlich wird zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterschieden. Zum besseren Verständnis hier eine Übersicht der Unterschiede:

Primäres Lymphödem: angeborene Ursachen

Angeborene Ursachen für ein primäres Lymphödem sind genetisch bedingte Fehlentwicklungen des Lymphsystems. Dazu gehören:

  • fehlende (Aplasie) oder unzureichende Lymphgefäße (Hypoplasie)

  • erweiterte Gefäßwände (Hyperplasie) der Lymphgefäße

  • fehlende oder verhärtete Lymphknoten (Agenesie)

Selbst wenn diese Problematiken bereits seit Geburt vorliegen, so ist es dennoch durchaus möglich, dass sie sich erst später im Leben bemerkbar machen.

Sekundäres Lymphödem: Operationen, Infektionen und andere Auslöser

Sekundäre Lymphödeme entstehen im Laufe des Lebens durch äußere Einflüsse. Folgende Ursachen kommen in Frage:

  • bösartige Tumore, die die Lymphbahnen komprimieren

  • Operationen, bei denen Lymphgefäße geschädigt oder durchtrennt werden. Ein Lymphödem, insbesondere nach Krebstherapien, bei denen Lymphknoten entfernt oder bestrahlt werden, ist keine Seltenheit.

  • Infektionen (zum Beispiel Entzündungen der Lymphbahnen)

  • Verletzungen oder Traumata wie Verbrennungen, Schnitt- oder Stichverletzungen können die Lymphbahnen beschädigen.

  • Chronische Hautentzündungen und eine unbehandelte venöse Insuffizienz können zu einem Lymphödem führen.

Risikofaktoren für ein Lymphödem

Es gibt mehrere Risikofaktoren, die das Entstehen eines Lymphödems begünstigen können. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Lymphödem um eine Lymphabflussstörung. Es entsteht ein Lymphstau, der schließlich zu dem Lymphödem führt.

Risikofaktoren, die das Entstehen eines Lymphödems begünstigen können, sind das Alter, Übergewicht sowie die genetische Veranlagung für ein primäres Lymphödem. Sekundäre Lymphödeme werden durch erworbene Faktoren wie Krebsbehandlungen, die Entfernung von Lymphknoten, Infektionen, Verletzungen oder starke körperliche Anstrengung begünstigt. Auch eine chronische Venenerkrankung oder Vernarbungen der Lymphgefäße erhöhen das Risiko.

Ein gestörtes Lymphsystem zeigt Symptome, die du kennen solltest, um rasch zu reagieren. Denn frühzeitig behandelt können die Beschwerden nicht nur gemildert, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Nun willst du vielleicht wissen: Welcher Arzt ist bei einem Lymphödem der richtige? – Der Facharzt für ein Lymphödem ist der Lymphologe.

Gut zu wissen: Zwar sind von einem Lymphödem meist Arme oder Beine betroffen, aber auch ein Lymphstau im Gesicht ist möglich. Die Ursachen für einen solchen Lymphstau im Gesicht ähneln denen, die zu einem Lymphödem in Armen oder Beinen führen. Neben Verletzungen und Operationen kommen außerdem hormonelle Schwankungen, Stress, Schlafmangel oder allergische Reaktionen als Ursachen in Frage.

Lymphödem und die dazugehörigen Symptome

Es gibt viele verschiedene Symptome, mit denen sich ein Lymphödem bemerkbar machen kann. Grundsätzlich ähneln Lymphödem-Symptome in den Beinen den Lymphödem-Symptomen in den Armen, sind aber nicht in allen Punkten gleich. Ähnliches gilt auch für Lymphödem-Symptome am Fuß. Ohnehin können die Anzeichen individuell unterschiedlich und verschieden stark ausgeprägt sein.

So kann ein einseitig geschwollener Knöchel beispielsweise ein Hinweis auf ein Lymphödem sein. Eine Schwellung am Arm, die ohne ersichtlichen Grund auftaucht, solltest du ebenfalls unbedingt ärztlich abklären lassen, da sie sowohl auf ein Lymphödem als auch auf ein Blutgerinnsel hinweisen oder eine allergische Reaktion sein kann.

Tritt bei dir Lymphwasser aus den Beinen aus, so leidest du mit größter Wahrscheinlichkeit bereits an einem ausgeprägten Lymphödem – ein sofortiger Arztbesuch ist angesagt! Dies gilt auch, wenn du Anzeichen nicht einordnen kannst und unsicher bist, ob du wirklich von einem Lymphödem betroffen bist.

Hier nun die Übersicht der häufigsten Lymphödem-Symptome im Überblick:

Symptome im frühen Stadium:

  • anhaltende Schwellungen in Armen und Beinen oder anderen betroffenen Körperteilen

  • erste Hautveränderungen und Schweregefühl in den betroffenen Bereichen (oft wirkt die Haut schlaff und glänzend)

  • Dellen (ein tiefer Fingerabdruck bleibt lange in der Schwellung sichtbar, bildet sich in diesem Stadium aber noch zurück)

 Symptome im späteren Stadium:

  • Verdickungen und Verhärtungen der Haut (Fibrosen), die in schweren Fällen zur sogenannten Elephantiasis (also einer abnormen Vergrößerung des vom Lymphstau betroffenen Körperteils) führen

  • dumpfe Schmerzen

  • Unwohlsein

  • häufige Hautinfektionen (zum Beispiel Wundrose)

  • eine veränderte Hautfalte am Grundgelenk der Zehen, die sich nicht mehr anheben lässt

  • Verlust von Schweiß- und Talgdrüsen

  • Haarausfall

  • spröde Nägel

Behandlungsmöglichkeiten & Therapien bei Lymphödemen

Wenn du die Diagnose „Lymphödem“ erhalten hast, stellen sich natürlich folgende Fragen: Was kann ich tun gegen das Lymphödem? Was hilft bei einem Lymphödem gut und wie lassen sich Lymphödeme generell am wirkungsvollsten behandeln? Folgendes lässt sich dazu sagen: In der Regel basiert die Lymphödem-Behandlung auf der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) – dies gilt für eine Lymphödem-Behandlung der Beine genauso wie für eine Lymphödem-Behandlung des Bauchs oder der Arme. Die KPE setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen – der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie, der Bewegungstherapie sowie einer speziellen Hautpflege. Zusätzlich empfehlen sich Maßnahmen wie eine Gewichtsreduktion sowie eine salzarme, gesunde Ernährung.

Die Regelmäßigkeit der Therapie ist entscheidend – nur dann können Symptome langfristig gelindert werden und der Behandlungserfolg wird im besten Falle von Dauer sein. In der Regel ist es ein Physiotherapeut, der die Lymphdrainage durchführt. Er kann dir für deinen ganz speziellen Fall geeignete Übungen zeigen. Im Sanitätshaus wird deine Kompressionsversorgung auf dich persönlich angepasst. Zusätzlich kannst du dir bei einer Ernährungsberatung oder auch bei Selbsthilfegruppen vor Ort oder online Unterstützung suchen.

Leidest du an einem bereits sehr fortgeschrittenen Lymphödem, so können auch chirurgische Eingriffe in Betracht gezogen werden. Lass dich von deinem Arzt dazu beraten.

Direkte Lymphödem-Medikamente gibt es nicht. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Bei der Behandlung von Komplikationen, die häufig mit einem Lymphödem einhergehen, können Medikamente jedoch durchaus hilfreich sein oder eine unterstützende Rolle spielen. So werden sie beispielsweise zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen oder Infektionen eingesetzt. Bei Wundrose kann die Einnahme von Antibiotika sinnvoll sein.

Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) ist eine mehrstufige Behandlungsmethode, die zur Reduzierung von Schwellungen eingesetzt wird. Sie soll helfen, den Lymphabfluss zu verbessern. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie besteht normalerweise aus vier Hauptkomponenten – der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie sowie aus Bewegungsübungen und einer gezielten Hautpflege. Die Therapie umfasst zwei Phasen – zum einen die intensivierte Entstauungsphase und zum anderen die daran anschließende Erhaltungsphase, mit deren Hilfe die Ergebnisse der Behandlung langfristig aufrechterhalten werden sollen.

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine spezielle physiotherapeutische Massagetechnik, die bei der Lymphödem-Behandlung eingesetzt wird, um überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe zu leiten. Mithilfe von sanften, rhythmischen und kreisenden Handgriffen wird der Abtransport der Lymphe durch die Lymphgefäße angeregt. Schwellungen und Schmerzen lassen nach.

Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Lymphödem-Behandlung. Sie eignet sich für die Lymphödem-Behandlung der Beine und der Arme, aber auch aller anderen deutlich seltener betroffenen Körperregionen wie Hals, Kopf, Rumpf, Brust oder Genitalien.

In der Entstauungsphase wird die Kompressionstherapie häufig mithilfe von mehrschichtigen Kompressionsverbänden (oft Kurzzugbinden) umgesetzt, die einen hohen Arbeitsdruck und einen niedrigeren Ruhedruck erzeugen. Die Kompressionsverbände werden nach der manuellen Lymphdrainage angelegt. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Verbände täglich an die sich verändernden Umfänge angepasst werden können.

In der sich an die Entstauungsphase anschließenden Erhaltungsphase kommen dann in der Regel individuell angepasste, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe zum Einsatz, die das Ergebnis der Entstauung erhalten sollen. Ohne die Kompression würde das Ödem schnell wieder anschwellen.

Gut zu wissen: Kompressionsversorgungen müssen ärztlich verordnet werden, da sie medizinische Hilfsmittel sind, die von den Krankenkassen bezahlt werden müssen.

Hautpflege

Leidest du an einem Lymphödem, dann ist die richtige Pflege sehr wichtig, um die Haut gesund und geschmeidig zu halten, die Infektionsgefahr zu senken und die Wirkung der Kompressionstherapie zu unterstützen.

Vielleicht willst du nun wissen: Welche Creme ist bei einem Lymphödem denn die richtige? – Tatsächlich brauchst du mehrere Produkte. Für die tägliche Reinigung (morgens und abends) greifst du am besten zu milden, pH-neutralen oder leicht sauren Waschlotionen, da der natürliche Säureschutzmantel der Haut bei Lymphödemen häufig geschädigt ist. Nach der Reinigung solltest du die Haut gründlich abtrocknen. Dem schließt sich die Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes an. Diese sollten Inhaltsstoffe wie Harnstoff (Urea), Ceramide oder Glycerol enthalten. Achte besonders darauf, trockene, rissige Haut – etwa in Hautfalten oder zwischen den Zehen – sorgfältig zu pflegen.

Achtung: Hast du es mit bestehenden Infektionen oder Hautveränderungen zu tun, so solltest du einen Arzt aufsuchen, um eine gezielte Behandlung zu erhalten, bevor du zur regulären Pflege zurückkehrst.

Bewegungstherapie

Die Bewegungstherapie bei Lymphödem konzentriert sich auf gelenkschonende Aktivitäten, die den Lymphfluss anregen. Dazu gehören zum Beispiel Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren, Yoga und Spazierengehen. Auch sanfte Gymnastikübungen sind empfehlenswert. Sie sollten idealerweise mit Kompressionsstrümpfen oder Bandagen durchgeführt werden, um den Therapieerfolg zu verstärken. Wende dich an einen qualifizierten Physiotherapeuten oder an einen Ergotherapeuten und lass dich beraten, welche Übungen für dich am geeignetsten sind. Sie müssen zum Stadium deiner Erkrankung passen und an die jeweils betroffenen Körperstellen angepasst werden. Ein regelmäßiges Wiederholen der Übungen ist unerlässlich (am besten zwei bis dreimal täglich).

Dennoch solltest du langsam anfangen und die Belastung schrittweise steigern, um Überanstrengung zu vermeiden. Schmerzen dürfen auf keinen Fall auftreten!

Nun fragst du dich vielleicht: Was darf man bei einem Lymphödem nicht machen? – Vermeide zu langes Sitzen oder Stehen, einengende Kleidung, Überanstrengung, Hitze und Kälte, Verletzungen sowie übermäßigen Salzkonsum. Auch auf Alkohol, Koffein und scharfe Gewürze solltest du besser verzichten.

Übungen bei Lip- und Lymphödem

Thumbnail YouTube-video joviva Übungen bei Lipödem & Lymphödem Physiotherapeutin

Lassen sich Lymphödeme vermeiden?

Noch einmal zur Erinnerung: Wie entsteht ein Lymphödem? – Es bildet sich durch Schädigungen der Lymphgefäße, die dazu führen, dass die Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert wird. Die Ursachen können angeboren, genetisch oder erworben sein.

Die Antwort lautet also: Leider ist ein Lymphödem nicht vollständig vermeidbar, insbesondere bei angeborenen Formen oder nach medizinischen Eingriffen. Durch die Vermeidung einiger Risikofaktoren kannst du ein Voranschreiten der Erkrankung jedoch in der Regel verlangsamen und die Beschwerden besser in den Griff bekommen. Achte auf deinen Körper! Das frühzeitige Erkennen und Behandeln eines Lymphödems ist von großer Bedeutung für den Therapieerfolg!

Selbstmanagement bei Lymphödemen für mehr Lebensqualität

Oft ist das Leben mit einem Lymphödem eine tägliche Herausforderung. Ein gutes Selbstmanagement ist der Schlüssel, um diese Herausforderung zu meistern und auch mit der Erkrankung ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen. Suche dir Unterstützung durch Fachleute, wie zum Beispiel auf Lymphödeme spezialisierte Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten. Setze dir realistische Ziele. Der Austausch mit anderen – der Familie und Freunden –, aber auch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein. Dies ist beispielsweise in Selbsthilfegruppen oder auch online möglich. Solche Gespräche können dir neue Perspektiven eröffnen, praktische Tipps aufzeigen, deine Motivation bestärken und dir helfen, mit möglichen Rückschlägen besser umzugehen. Achte zudem auf eine gute Selbstfürsorge, nimm dir Zeit für Dinge, die dir Freude bereiten. Damit stärkst du deine Resilienz.

Fazit

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die oft mit Schmerzen einhergeht und deine Beweglichkeit stark einschränken kann. Umso wichtiger ist es, dass ein Lymphödem frühzeitig erkannt und behandelt wird, denn mithilfe der richtigen Therapie kannst du die Beschwerden lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Schon mit kleinen Änderungen im Alltag lässt sich oft eine beachtliche Wirkung erzielen. Außerdem stehen dir viele Hilfsmittel (zum Beispiel Kompressionstrümpfe und Kompressionskleidung) zur Verfügung, die dich dabei unterstützen, möglichst lange beweglich zu bleiben und ein erfülltes Leben zu führen.

Oft gefragt

Mitarbeiterin bei joviva, Karin Pütz, Content Writerin
Karin Pütz
Medical Writerin
Autor

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