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Kältetherapie: Schmerzen, Schwellungen & Entzündungen lindern
Einleitung
Vielleicht hast du den Begriff „Kältetherapie“ schon mal gehört und willst nun wissen: Was genau ist Kältetherapie? Die Antwort ist nicht ganz einfach, da die Kältetherapie eine Vielzahl an Behandlungen umfasst. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch, dass entweder der gesamte Körper oder einzelne Körperbereiche gezielt niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden, um verschiedene gesundheitliche Effekte zu erzielen. Erfahre hier, wann Kältetherapie sinnvoll ist, wie sie wirkt – und wann du sie besser nicht anwenden solltest:
Es wird zwischen verschiedenen Anwendungsweisen der Kältetherapie unterschieden. So gibt es die lokale Kältetherapie (etwa mit Eisbeuteln, Kühlpacks oder Kühlkompressen) sowie Intensivverfahren (zum Beispiel Ganzkörper-Kältekammern). Bei letzterem handelt es sich um professionelle Kältetherapien unter medizinischer oder therapeutischer Aufsicht.
Die Wirkung der Kältetherapie bei akuten Beschwerden (etwa Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen) ist wissenschaftlich gut belegt. Darüber hinaus werden in der Sportmedizin Kälteanwendungen häufig zum Beispiel zur Regeneration nach intensivem Training genutzt und um die Erholungszeit zu verkürzen. Der langfristige Nutzen dieser Anwendungen für Heilung und Regeneration ist jedoch nicht unumstritten.
In einigen Fällen kann Kältetherapie schädlich sein. Bei Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kälteallergien oder Sensibilitätsstörungen solltest du besser darauf verzichten!
Kältetherapie: Ursachen und Indikationen erkennen
Es gibt verschiedene Anwendungsweisen der Kältetherapie: Sie reichen von einfachen Eisbeuteln oder Kühlpacks bei akuten Verletzungen über Eisbäder und kalte Duschen bis hin zu Ganzkörper-Kältekammern, in denen du für wenige Minuten Temperaturen von -110 Grad Celsius bis -140 Grad Celsius ausgesetzt bist. Wie und in welcher Form die Kältetherapie angewandt wird, hängt von den Ursachen der Beschwerden ab. Generell bewirkt Kälte jedoch, dass sich Blutgefäße zusammenziehen und danach wieder erweitern, was die Durchblutung fördert. Außerdem können Entzündungsprozesse in vielen Fällen gehemmt und Schmerzsignale vermindert werden.
Typische Kältetherapie-Anwendungsgebiete und Indikationen für Kältetherapie
akute Verletzungen
Bei frischen Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Sportverletzungen hilft Kälte besonders in den ersten 24 bis 72 Stunden, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
postoperative Nachsorge
Nach chirurgischen Eingriffen, besonders nach orthopädischen Operationen, kann Kältetherapie angewandt werden, um Schwellungen und Entzündungen zu minimieren.
entzündliche Erkrankungen
Bei akuten Gelenkentzündungen (wie etwa ein Arthritis-Schub), Sehnenentzündungen (Tendinitis) oder Schleimbeutelentzündungen (Bursitis), kommt Kältetherapie häufig zum Einsatz.
Schmerzzustände
Zur lokalen Schmerzlinderung bei verschiedenen muskuloskelettalen Beschwerden kann Kälte in vielen Fällen helfen.
Muskelkater und Überlastung
Im Sportbereich wird Kälte nach intensivem Training in manchen Fällen zur schnelleren Regeneration genutzt (wissenschaftlich umstritten).
Gut zu wissen: Die Kälteanwendung sollte – mit Pausen dazwischen – in der Regel 15 bis 20 Minuten dauern. Ein direkter Hautkontakt mit dem Eis muss dabei unbedingt vermieden werden! Lege immer zum Beispiel ein Tuch unter, um Kälteschäden zu vermeiden.
Wichtig: Vor einer Kälteanwendung solltest du zuvor immer ärztlichen Rat eingeholt haben – dies gilt erst recht bei akuten, chronischen oder unklaren Beschwerden! Denn nicht immer ist eine Kältetherapie sinnvoll. In manchen Fällen kann sie sogar schädlich sein. Bei Kälteallergien, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten Durchblutungsstörungen oder Sensibilitätsstörungen solltest du beispielsweise darauf verzichten.
Formen der Kältetherapie und Kälteanwendungen
Die Kältetherapie lässt sich in verschiedene Anwendungsformen unterteilen. Bei einfachen, lokalen Anwendungsformen lässt sich die Kältetherapie zuhause meist problemlos durchführen.
Einfache Anwendungsformen der Kältetherapie (lokale Anwendung):
Eispackungen und Kühlkompressen
Sie gehören zu den einfachsten und am häufigsten genutzten Methoden. Sie werden auf die betroffenen Körperstellen aufgelegt (Achtung: Unbedingt immer ein Tuch unterlegen, um Erfrierungen zu vermeiden) und kommen besonders bei akuten Verletzungen zum Einsatz kommen. Übrigens: Kältetherapie für die Hände kann beispielsweise bei rheumatoider Arthritis oder bei Sehnenscheidenentzündungen (wie Karpaltunnelsyndrom) Anwendung finden.
Kühlmanschetten
Hierbei handelt es sich um lokale Anwendungen, die zum Beispiel nach Operationen (etwa nach einer Knie-OP) zum Einsatz kommen.
Kältebäder
Sie werden vor allem von Sportlern zur Regeneration genutzt, wobei einzelne Körperteile oder der gesamte Körper in kaltes Wasser (10 bis 15 Grad Celsius) getaucht werden.
Kalte Duschen und Wechselduschen
Sie fördern die Durchblutung und stärken das Immunsystem.
Eiswürfel-Massage für lokale Bereiche
Sie findet Verwendung zum Beispiel bei frischen Zerrungen und Prellungen, plötzlich auftretenden Schmerzen oder auch zur Trigger-Punkt-Behandlung.
Kältesprays und Kühlgele
Sie sind gut geeignet für unterwegs, etwa bei Verstauchungen, Muskelkater und leichten Schwellungen.
Generell gilt: Beginne langsam mit der Kältetherapie und höre auf deinen Körper. Bist du unsicher, empfindest Unwohlsein oder gar Schmerzen, hole umgehend ärztlichen Rat ein. Unbedingt beachten: Wende die Kältetherapie niemals ohne ärztliche Rücksprache an, wenn du unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck leidest, ebenfalls nicht während der Schwangerschaft.
professionellen Therapie (Ganzkörperkältetherapie):
Hierbei kommen in der Regel sogenannte Kryotherapie-Kammern zum Einsatz. Dort wird der Körper für wenige Minuten extrem niedrigen Temperaturen (meist zwischen -110 Grad Celsius und -140 Grad Celsius) ausgesetzt. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Regeneration zu fördern. Die Methode wird sowohl im medizinischen Bereich (etwa bei Rheuma) als auch im Sport- und Wellnessbereich eingesetzt. Aber Achtung: Die Ganzkörperkältetherapie muss immer mit deinem Arzt abgeklärt und medizinisch überwacht werden. Zudem ist die Wirksamkeit der Ganzkörperkältetherapie nicht unumstritten und nur teilweise wissenschaftlich belegt.
Gut zu wissen: Oft werden die Begriffe „Kältetherapie“ und „Kryotherapie“ synonym verwendet, was jedoch nicht ganz korrekt ist. Beide Begriffe bezeichnen zwar grundsätzlich dasselbe Behandlungsprinzip – also den therapeutischen Einsatz von Kälte. In der praktischen Verwendung der Begriffe hat sich jedoch eine gewisse Unterscheidung etabliert: So wird die Bezeichnung „Kältetherapie“ oft für einfachere, alltägliche Anwendungen wie Eispackungen oder Kühlkompressen genutzt. Der Begriff „Kryotherapie“ hingegen wird häufiger für professionelle, medizinische Verfahren verwendet, insbesondere für Ganzkörper-Kältekammern mit Extremtemperaturen oder die gezielte Vereisung mit flüssigem Stickstoff, etwa bei der Entfernung von Warzen oder in der Tumorbehandlung.
Anwendungsgebiete der Kältetherapie
Kältetherapie findet in vielen medizinischen und therapeutischen Bereichen Anwendung. Hier ein Überblick für dich:
Akute Verletzungen und Sport
Ein Haupteinsatzgebiet ist die Behandlung akuter Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Sportverletzungen, bei denen Kälte besonders in den ersten 24 bis 72 Stunden helfen kann, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Darüber hinaus werden in der Sportmedizin Kälteanwendungen häufig verwendet, zum Beispiel auch zur Regeneration nach intensivem Training, um Muskelkater vorzubeugen und um die Erholungszeit zu verkürzen. Du solltest jedoch wissen: Ihr Nutzen ist wissenschaftlich umstritten.
Chronische Erkrankungen
Auch bei chronischen Erkrankungen kann Kältetherapie positive Effekte zeigen, besonders bei akuten Schüben. Menschen mit rheumatischen Erkrankungen, Arthrose oder entzündlichen Gelenkbeschwerden profitieren häufig von der schmerzlindernden Wirkung bei akuten Entzündungsphasen. Bei chronischen Verläufen ist Wärme jedoch oft angenehmer und hilfreicher. Ebenso kann Kälte bei akuten Sehnenentzündungen, Schleimbeutelentzündungen oder anderen muskuloskelettalen Beschwerden schmerzreduzierend wirken.
Postoperative Nachsorge
In der postoperativen Nachsorge, besonders nach orthopädischen Eingriffen, kann die Kältetherapie hilfreich sein, um Schwellungen und Entzündungen zu minimieren.
Prävention
Darüber hinaus setzen viele Menschen Kälteanwendungen präventiv ein, etwa zur Stärkung des Immunsystems (wissenschaftlich nur schwach belegt), zur Verbesserung der Durchblutung oder zur allgemeinen Förderung des Wohlbefindens. In der Dermatologie wird Kälte zudem zur Entfernung von Warzen oder bestimmten Hautveränderungen genutzt.
Kältetherapie – Symptome, Warnsignale und Risiken
Die Wirkung der Kältetherapie ist nicht unumstritten. Gut belegt ist ihre Wirkung bei akuten Beschwerden, wie bei der Behandlung von Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen (binnen der ersten 24 bis 72 Stunden nach der Verletzung). In der Regel können Schmerzen und Schwellungen dann mithilfe von Kälte reduziert werden. Auch bei akuten Entzündungen kann Kälte sinnvoll und hilfreich sein. Bei chronischen Entzündungen hingegen ist Wärme manchmal besser. Doch tatsächlich birgt eine Kältetherapie unter bestimmten Voraussetzungen sogar Gefahren. Erfahre hier, unter welchen Voraussetzungen du auf Kältetherapie besser verzichten solltest:
Gefährdete Hautareale bei der Kältetherapie
Nicht richtig oder an den falschen Stellen angewandt, birgt die Kältetherapie durchaus Risiken. So können Erfrierungen, Gewebeschäden oder Nervenschäden drohen. Folgendes sind Kältetherapie-Kontraindikationen (Gegenanzeigen):
Absolute Kontraindikationen
Kälteallergie (Kälteurtikaria)
Kälteüberempfindlichkeit
Raynaud-Syndrom (Gefäßkrämpfe bei Kälte)
Kryoglobulinämie (im Blut befinden sich abnorme Bluteiweiße, die bei Kälte fest werden und verklumpen)
offene Wunden im Behandlungsgebiet
akute lokale Durchblutungsstörungen
Relative Kontraindikationen
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Diabetes mellitus mit peripherer Neuropathie
Sensibilitätsstörungen (fehlende oder verminderte Schmerzwahrnehmung)
schwere Herzerkrankungen (Kälte kann Herzfrequenz und Blutdruck beeinflussen)
unkontrollierte Hypertonie (Bluthochdruck)
Hauterkrankungen im Behandlungsgebiet
sehr hohes Alter oder geschwächter Allgemeinzustand
Bei relativen Kontraindikationen muss individuell abgewogen werden, ob die Kältetherapie unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen dennoch angewendet werden kann. Hole dir im Zweifel immer ärztlichen Rat!
Außerdem gibt es bestimmte Hautareale, die für Kälteschäden und Erfrierungen besonders gefährdet sind:
Besonders gefährdete Bereiche:
Ohren
sehr dünne Haut und exponierte Lage
Nase
ebenfalls exponiert und wenig Fettgewebe
Finger und Zehen
Extremitäten mit schlechterer Durchblutung
Knöcherne Vorsprünge (Knie, Ellenbogen, Hüftknochen)
wenig Fettgewebe als Schutz
Hände und Füße generell
periphere Lage, schlechtere Durchblutung
Weitere Risikobereiche
Narbengewebe (schlechtere Durchblutung)
Hautareale mit bereits vorhandenen Durchblutungsstörungen
sehr dünne Hautpartien
Bereiche mit vorherigen Kälteschäden
Wichtig: Kontrolliere regelmäßig Hautfarbe und Empfinden der gekühlten Bereiche. Breche die Therapie bei Taubheitsgefühl, starken Schmerzen oder bläulicher Verfärbung sofort ab und hole dir ärztliche Hilfe!
Bei chronischen Erkrankungen, Vorerkrankungen oder Unsicherheit solltest du vor Beginn einer Kältetherapie immer ärztlichen Rat einholen. So kann Kälte bei Entzündungen beispielsweise sehr hilfreich sein – besonders in der akuten Phase. Bei chronischen Entzündungen (wie Arthritis) hingegen ist Wärme oft angenehmer und hilfreicher.
Behandlungsoptionen und Anwendungsstrategien
Vielleicht fragst du dich nun, wann du welche Art der Kältetherapie anwenden solltest. Zum besseren Verständnis hier ein kurzer Überblick:
Lokale Kühlung
Sie ist die erste Wahl bei akuten Sportverletzungen (innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden), bei leichten bis mittelschweren Prellungen und Verstauchungen, kleinflächigen Schwellungen und Entzündungen, Insektenstichen und leichten Verbrennungen, sowie als Erstmaßnahme bis professionelle Hilfe verfügbar ist.
Intensivverfahren (professionelle Kältetherapien unter medizinischer oder therapeutischer Aufsicht)
Sie sollten erwogen werden bei chronischen Entzündungserkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew, wenn lokale Maßnahmen nicht ausreichend wirken, wenn schwere Sportverletzungen mit ausgedehnten Gewebetraumata vorliegen, im Rahmen professioneller Rehabilitation nach Operationen, bei Fibromyalgie oder chronischen Schmerzsyndromen, sowie bei speziellen medizinischen Indikationen wie der Entfernung von Hautveränderungen.
Kombinationsansätze
In der modernen Therapie werden oft beide Ansätze kombiniert. Beispielsweise kann ein Patient mit chronischer Arthritis regelmäßig Ganzkörper-Kältetherapie erhalten und zusätzlich bei akuten Schüben zu Hause lokale Kühlung anwenden. Profisportler nutzen oft Intensivverfahren zur Regeneration, während sie bei akuten Verletzungen sofort lokale Kühlung einsetzen.
Die Entscheidung zwischen lokaler Kühlung und Intensivverfahren sollte sich nach der Art und Schwere der Erkrankung, der Lokalisation, dem Behandlungsziel, dem bisherigen Therapieerfolg und den verfügbaren Ressourcen richten. Bei Unsicherheit oder wenn Heimanwendungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine ärztliche Beratung sinnvoll, um zu klären, ob intensivere Kältetherapieverfahren eine Option sein könnten. Zumal der langfristige Nutzen für Heilung und Regeneration (insbesondere der der Intensivverfahren) wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.
Hausmittel & Maßnahmen bei der Kältetherapie zuhause
Bei einfachen Anwendungen ist es durchaus möglich, eine Kältetherapie zuhause durchzuführen. Besonders wirksam ist sie in den ersten 24 bis 72 Stunden nach einer Verletzung. Bei chronischen Erkrankungen oder wenn du unsicher bist, sprich zuvor mit deinem Arzt.
Folgende Hausmittel und Maßnahmen stehen dir zur Verfügung
Kühlkompressen oder Gelkissen aus dem Gefrierfach sind schnell einsatzbereit und passen sich gut an die Körperform an. Alternativ können Eiswürfel in einem verschließbaren Plastikbeutel oder in einem Handtuch verwendet werden. Hast du davon gerade nichts zur Hand, kannst du auch eine Packung gefrorenes Gemüse (zum Beispiel gefrorene Erbsen) als flexible Kältequelle verwenden.
Kalte Wickel lassen sich mit einem in Eiswasser getränkten Tuch herstellen. Für größere Bereiche eignen sich kalte Teilbäder, etwa für Unterarme oder Füße. Kalte Güsse wirken durchblutungsfördernd und können bei Kopfschmerzen oder müden Beinen Linderung bringen.
Auch Kältespray kann bei kleinen Verletzungen zum Einsatz kommen.
Eiswürfelmassage eignet sich besonders für punktuelle Schmerzbehandlungen. Sie wird häufig bei Triggerpunkten, Verspannungen oder kleinen Sportverletzungen wie Prellungen und Zerrungen eingesetzt.
Kühlende Cremes oder Gele sind praktisch für unterwegs und sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine länger anhaltende Kühlung gewünscht ist. Sie eignen sich besonders bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Blutergüssen sowie bei Muskelkater und Sportverletzungen.
Folgendes musst du beachten: Lege bei der Anwendung stets ein Tuch zwischen Kältequelle und Haut, ansonsten drohen Erfrierungen! Die Behandlung sollte zehn bis zwanzig Minuten dauern und kann bei Bedarf nach einer Pause wiederholt werden. Suche bei länger anhaltenden Beschwerden zeitnah einen Arzt auf!
Exkurse & spezielle Anwendungen bei der Kältetherapie
Kältetherapie zum Abnehmen
Kältetherapie zum Abnehmen – ist das sinnvoll? Tatsächlich wird Kältetherapie zunehmend als unterstützende Maßnahme beim gezielten Gewichtsverlust diskutiert. Die Idee dahinter: Kälteexposition soll den Stoffwechsel ankurbeln und die Aktivität des sogenannten braunen Fettgewebes steigern, das Energie verbrennt, um den Körper warm zu halten. Zu den Methoden gehören kalte Duschen, Eisbäder, Kryotherapie oder das Auflegen von Kühlpacks auf bestimmte Körperstellen.
Die Effekte sind begrenzt
Wissenschaftliche Studien zeigen zwar, dass Kälte tatsächlich den Energieverbrauch leicht erhöhen kann, allerdings sind die Effekte in der Praxis meist gering. Abnehmen mit Kältetherapie allein ist nur in sehr geringem Maße möglich. Keinesfalls kann die Kältetherapie eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bei einer angestrebten Gewichtsabnahme ersetzen. Zudem ist sie nicht für jeden geeignet – Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Durchblutungsstörungen oder Kälteüberempfindlichkeit sollten vorsichtig sein.
Quintessenz:
Als ergänzende Maßnahme im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts kann Kältetherapie den Stoffwechsel minimal unterstützen, sollte aber nicht als Wundermittel zum Abnehmen betrachtet werden. Vor der Anwendung ist eine ärztliche Beratung empfehlenswert.
Kryosauna und Kältetherapie
Die Kryosauna ist eine moderne, professionelle Form der Kältetherapie, die extreme Kälte für therapeutische Zwecke nutzt. Die Kryosauna setzt auf Ganzkörperkältetherapie bei Temperaturen von minus 110 bis minus 160 Grad Celsius. Sie wirkt intensiver und auf den gesamten Körper gleichzeitig. Diese Behandlung findet in speziellen Kältekammern oder Kryosaunen statt und dauert nur wenige Minuten.
Die Ganzkörperkältetherapie zielt auf systemische Effekte ab. Dazu gehören Schmerzlinderung, Entzündungshemmung, verbesserte Regeneration und Stoffwechselanregung. Die Wirksamkeit der Ganzkörperkältetherapie ist jedoch nicht unumstritten und nur teilweise wissenschaftlich belegt.
Fazit
Kältetherapie ist eine vielseitige Behandlungsmethode, die sich besonders bei der akuten Schmerzlinderung und Schwellungsreduktion bei frischen Verletzungen bewährt hat. Einfache Kältetherapie-Anwendungen lassen sich meist problemlos zu Hause durchführen, zum Beispiel mit Kühlpacks, Eiswickeln oder kalten Güssen. Wichtig ist dabei die richtige Anwendung mit einem entsprechenden Hautschutz (immer Tuch oder ähnliches unterlegen, um Erfrierungen zu vermeiden) sowie eine angemessene Dauer der Anwendung, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Bei Unsicherheiten oder bestehenden Vorerkrankungen solltest du vor der ersten Anwendung unbedingt ärztlichen Rat einholen. Eine Ganzkörperkältetherapie muss immer mit deinem Arzt abgeklärt und medizinisch überwacht werden. Außerdem ist ihre Wirksamkeit bisher nur teilweise wissenschaftlich belegt.
Oft gefragt
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