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Was tun bei einer Schürfwunde? Sofortige Maßnahmen

Aktualisiert am 16.01.2026 |
8 Min. Lesezeit
Geprüft von:Partner Management

Einleitung

Eine Schürfwunde hat wohl jeder schon mal gehabt, denn dabei handelt es sich um eine häufige Alltagsverletzung. Normalerweise ist sie harmlos, kann aber gefährlich werden, wenn zum Beispiel Schmutz in die Wunde gelangt und es dadurch zu einer Infektion kommt. Dies lässt sich jedoch in vielen Fällen verhindern. Erfahre hier, wie du eine Schürfwunde richtig versorgst:

Das Wichtigste in Kürze
  • Schürfwunden sind meist oberflächliche Verletzungen der Haut, die nur die obersten Hautschichten betreffen. Ist die Haut "abgeschürft", liegen die kleinen Gefäße der Lederhaut offen. Von einer Platzwunde hingegen ist die Rede, wenn die Haut aufreißt, etwa durch eine stumpfe Gewalteinwirkung wie einen Stoß oder Sturz. Diese Art Wunde hat oft unregelmäßige Ränder und blutet stark. Da eine Platzwunde ein recht hohes Infektionsrisiko birgt, sind eine gründliche Reinigung und gegebenenfalls eine ärztliche Versorgung (Nähen) wichtig.

  • Aber auch bei einer Schürfwunde ist die Wundreinigung von großer Bedeutung. Eine entzündete Wunde zeigt sich durch starke Rötung, Schwellung, Wärme, pochende Schmerzen, Eiter oder schlechten Geruch und erfordert dringend einen Arztbesuch. Sonst drohen Komplikationen, wie etwa eine Sepsis (Blutvergiftung).

  • Der Heilungsprozess einer Schürfwunde verläuft in Wundheilungsphasen – Reinigung, Granulation und Epithelisierung. Meist dauert die Heilung maximal ein bis zwei Wochen (je nach Tiefe der Verletzung können es auch wenige Tage sein), wobei eine feuchte Umgebung und gute Pflege die Gefahr von Komplikationen sowie von Narbenbildung minimieren.

  • Bei dem sogenannten Fibrinbelag handelt es sich um eine weiche, gelbliche Schicht aus Eiweiß und Blutplättchen. Der Fibrinbelag beschreibt ein frühes Stadium der Wundkruste, die zum späteren Schorf wird.

Ursachen: Wie entsteht eine Schürfwunde?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Schürfwunde (auch Exkoriation genannt) entstehen kann. Oft reicht ein einziger, unachtsamer Moment – schon ist es geschehen. Hier für dich eine Übersicht dazu, wie und wodurch Hautabschürfungen entstehen:

Stürze

Eine Schürfwunde entsteht in vielen Fällen durch einen wie auch immer ausgelösten Sturz, bei dem die Haut über eine raue Oberfläche wie etwa Asphalt, Schotter oder Beton schleift. Dies geschieht beispielsweise bei Stürzen mit dem Fahrrad, beim Sport oder beim Toben. Aber auch ein einfaches Stolpern kann ausreichend sein. Am häufigsten von Schürfwunden betroffen sind die Knie, die Ellenbogen, die Hände und manchmal auch das Gesicht, da sie meist zuerst den Boden berühren.

Viele Schürfwunden verheilen schnell. Hast du es jedoch mit tiefen Wunden, starken Blutungen oder Anzeichen einer Entzündung (Rötung der betroffenen Stelle, Schwellung) zu tun, so solltest du einen Arzt aufsuchen. Prüfe außerdem deinen Tetanus-Impfschutz!

Gut zu wissen: Du bist unsicher, wann du nach einem Sturz aufs Knie zum Arzt musst? – Suche einen Arzt auf, wenn du starke Schmerzen hast, eine deutliche Schwellung feststellst, eine Bewegungseinschränkung bemerkst (du dein Knie zum Beispiel nicht belasten oder strecken kannst), Taubheit/Kribbeln oder ein großer Bluterguss auftreten. Immer ernstzunehmende Warnzeichen sind zudem, wenn Beschwerden nach einem bis zwei Tagen nicht nachlassen, vielleicht sogar eine Deformität zu erkennen ist. Dahinter können sich ernstere Verletzungen wie Bänder- oder Knochenschäden verbergen, welche unbedingt eine ärztliche Diagnostik (Röntgen, MRT) erfordern, um mögliche Spätfolgen zu vermeiden.

Reibung

Eine Schürfwunde entsteht, wenn starke Reibungskräfte die oberste Hautschicht (Epidermis) an einer rauen Oberfläche abschürft. Dabei werden Nervenenden freigelegt, was ein brennendes Gefühl verursacht. Die Wunde nässt und es bildet sich oft ein Wundschorf. Je tiefer die Schürfung in die Lederhaut (auch Dermis genannt, sie liegt unter der Epidermis) reicht, desto stärker blutet die Wunde.

Unfälle

Folgendes sind typische Situationen, bei denen es zu Schürfwunden kommen kann:

  • Kinderunfälle

beim Spielen, Toben, Klettern und Erkunden der Umgebung

  • Sport

zum Beispiel beim Skaten, Radfahren, Fußballspielen oder anderen Aktivitäten, die zu Bodenkontakt führen können

  • Gartenarbeit

beim Kontakt mit Erde, Steinen oder Gartengeräten

  • Stürze

etwa vom Fahrrad, beim Stolpern oder Hinfallen

  • alltägliche Unachtsamkeit

beim versehentlichen Entlangstreifen der Haut an Wänden, Möbeln oder ähnlichem

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Erste Hilfe: So wird eine Schürfwunde richtig behandelt

Ist die Verletzung erst da, so ist es wichtig, schnell zu reagieren und die Schürfwunde richtig zu behandeln, damit sie sich nicht entzündet. Besondern bei tiefen, verschmutzten Wunden kann eine Infektion drohen – zum Beispiel durch Keime.

Wichtig: Achte stets darauf, dass dein Tetanus-Impfschutz noch gegeben ist. Bei starken Schmerzen, Schwellung, Eiter, Fieber oder tieferen Verletzungen, suche sofort einen Arzt auf!

Schürfwunden richtig behandeln – so geht’s:

  • Die Wunde unter klarem, fließendem Wasser reinigen.

  • Desinfiziere die Wunde vorsichtig mit einem geeigneten Wundspray oder einer Wundspüllösung. Verwende auf keinen Fall aggressive Mittel wie Alkohol.

  • Bei kleinen, nicht nässenden Wunden kann Lufttrocknung ideal sein, vorausgesetzt, die Wunde reibt nirgends gegen. Ansonsten und auch bei nässenden Schürfwunden kannst du die entsprechende Stelle mit einem speziellen Schürfwundenpflaster (Hydrokolloid) abdecken, welches ein feuchtes Milieu schafft oder mit einem sterilen, luftdurchlässigen Verband.

  • Wechsle den Verband nicht täglich, wenn er sauber und trocken ist. Tausche ihn jedoch aus, wenn er sich mit Wundflüssigkeit vollsaugt oder aufweicht.

  • Wenn sich die Wunde zu verschließen beginnt, können Wundheilcremes mit Panthenol oder Zink die Hautregeneration unterstützen.

Gut zu wissen: Die natürliche Kruste, die sich auf der Wunde bildet (auch Wundschorf genannt), solltest du keinesfalls abkratzen, selbst dann nicht, wenn sie juckt. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die Wunde wieder aufreißt und Infektionen sowie eine Narbenbildung begünstigt werden.

Achtung: Deine Wunde ist rot umrandet? Dies kann ein Zeichen für eine Infektion sein. Eine Narbenbildungkann sich rasch ausbreiten und zu einer ernsten Gefahr werden!

Ist die Wunde also rot umrandet – was solltest du tun?

Rufe sofort einen Arzt, erst recht, wenn die Wunde starke Schmerzen verursacht, eitert, du Fieber und/oder Schüttelfrost hast, die Wunde anschwillt und sich rote Streifen bilden, die von der Wunde aus in Richtung Herz verlaufen. Diese Symptome können ein Hinweis auf eine Blutvergiftung sein! Versuche auf keinen Fall, eine stark infizierte Wunde selbst zu behandeln! Du brauchst professionelle medizinische Hilfe!

Was tun, wenn die Schürfwunde nässt?

Es ist anfangs normal, dass eine Schürfwunde nässt. Der Körper versorgt die Wunde mit Antikörpern und spült Fremdkörper aus, um die Heilung zu unterstützen. Normalerweise sollte das Nässen jedoch nach einem oder zwei Tagen aufhören. Ist dies nicht der Fall, so deutet dies auf eine Entzündung oder Infektion hin, erst recht, wenn das Nässen zunimmt, Rötung, Schwellung und starke Schmerzen auftreten. Suche einen Arzt auf! Oft ist in solchen Fällen die Einnahme von Antibiotika notwendig.

Deine Wunde nässt? – So kannst du deine Schürfwunde behandeln (die Maßnahmen ähneln jenen, mit denen auch eine offene Wunde behandelt werden sollte):

  • Die nässende Wunde gründlich reinigen (mit Wasser oder einer Wundspüllösung). So können Keime entfernt werden.

  • Desinfiziere die Wunde. Nutze zum Beispiel eine milde Wunddesinfektionslösung oder eine Jodlösung, um Keime zu reduzieren.

  • Decke die Wunde ab, am besten mit einem Hydrokolloid- oder Schaumverband. Diese Art Verbände saugen Wundflüssigkeit auf und fördern zugleich ein feuchtes Milieu, wodurch die Heilung beschleunigt und ein Verkleben oft verhindert wird.

  • Nässt deine Wunde stärker, so kann ein steriles Wunddistanzgitter unter der Kompresse helfen, ein Ankleben zu verhindern. Dies ist wichtig, da die Wunde beim Verbandswechsel ansonsten wieder aufreißen kann.

  • Außerdem sind bei stark nässenden Wunden Alginat-Auflagen empfehlenswert, da sie viel Feuchtigkeit aufnehmen können.

Gut zu wissen: Verwende auf keinen Fall sogenannte „Hausmittel“ wie Mehl, Zwiebeln oder Puder! Sie sind nicht hilfreich, sondern können die Wunde verunreinigen!

Ein großer Unterschied: Anders als eine Schürfwunde, bei der es sich in der Regel um eine eher oberflächliche Verletzung der Haut handelt, ist ein offenes Bein eine tiefe, chronische Wunde, die durch venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen entsteht, schlecht heilt, stark nässen kann und häufig abgestorbene Haut aufweist. Bei einem offenen Bein, erst recht bei einem offenen Bein mit Wasseraustritt, handelt es sich um ein ernstes medizinisches Problem, das dringend und zwingend ärztlicher Behandlung bedarf.

Wundsekret oder Eiter: Wann wird es gefährlich?

In der Regel sind Schürfwunden harmlose Verletzungen, doch auch sie können gefährlich werden. Treten Anzeichen einer Infektion auf (starke Rötung, Schwellung, Eiter, Fieber, roter Strich vom Wundrand in Richtung Herz), stoppt die Blutung nicht, befinden sich Fremdkörper in der Wunde, ist sie sehr großflächig oder in der Nähe des Auges, geht ein schlechter Geruch von der Wunde aus oder ist der Tetanusschutz nicht mehr gegeben – in all diesen Fällen ist dringend eine ärztliche Behandlung notwendig. Zögere nicht, damit es zu keinen Komplikationen kommt! Unbehandelt kann bei infizieren Wunden beispielsweise eine Blutvergiftung drohen!

Du hast eine kleine Wunde, aber sie hört nicht auf zu bluten?

Wenn du eine kleine Wunde hast, die nicht aufhört zu bluten, so solltest du zunächst versuchen, Druck auf die Wunde auszuüben und möglichst keimfreies Material auf die Wunde zu pressen. Stoppt die Blutung auch nach zehn bis zwanzig Minuten nicht, rufe sofort ärztliche Hilfe herbei (Notruf 112, wenn nötig).

Bis der Arzt eintrifft, legst du am besten einen sterilen Druckverband an: Drücke eine sterile Wundauflage fest auf die Wunde, platziere ein Druckpolster darauf, wickle eine Fixierbinde fest um das Druckpolster und die Wunde, fixiere den Verband zum Beispiel mit Klebeband, achte aber darauf, dass der Verband die Durchblutung nicht abschnürt. Ein Hochlagern der betroffenen Stelle ist zusätzlich oft hilfreich. Ursachen für die anhaltende Blutung können Blutverdünner, Vorerkrankungen oder eine tiefe Gefäßverletzung sein.

Nachsorge und Heilung: Pflegetipps für die Wundheilung

Nachsorge und Heilung: Pflegetipps für die Wundheilung

Die richtige Nachsorge deiner Schürfwunde ist sehr wichtig. So kannst du häufig eine schnelle Wundheilung durch eine Kombination aus optimaler Wundpflege (feuchtes Milieu, Schutz vor Reibung), ausgewogener, entzündungshemmender Ernährung (viel Protein, Vitamine A, C, E, Zink, Omega-3) und ausreichender Flüssigkeitszufuhr fördern. Denn auf diese Weise werden die Gewebereparatur, die Zellteilung sowie die Immunfunktion unterstützt und Infektionen meist vorgebeugt. Auch mithilfe von speziellen Pflastern und Salben ist es möglich, die Heilungsbedingen in einigen Fällen zu verbessern. Schürfwundenpflaster beispielsweise fördern eine feuchte Wundheilung, was das Abheilen beschleunigen und Narbenbildung reduzieren kann. Zudem schützen sie die Wunde effektiv vor Schmutz und Bakterien und verhindern ein Austrocknen. Insbesondere Hydrokolloid-Pflaster sind gut geeignet, da sie Wundsekret aufnehmen und gleichzeitig ein feuchtes Milieu aufrechterhalten.

Darüber hinaus begünstigen auch Faktoren wie Ruhe und Stressvermeidung eine optimale Wundheilung, während Rauchen und Alkohol zu einer Wundheilungsstörung führen können.

Bildet sich Schorf auf deiner Wunde, so solltest du ihn auf keinen Fall entfernen, denn es besteht die Gefahr, dass du die Wunde wieder aufreißt. Dies kann zur Narbenbildung führen. Außerdem schützt der Schorf (er besteht aus geronnenem Blut und Gewebeflüssigkeit) die Schürfwunde vor Keimen und unterstützt die Heilung, indem er als Gerüst für neues Gewebe dient.

Fazit

Bei Schürfwunden oder Hautabschürfungen handelt es sich in der Regel um oberflächliche Verletzungen, die meist recht schnell verheilen. Dennoch solltest du sie auf jeden Fall ernst nehmen. Denn wird eine Schürfwunde nicht richtig versorgt, können Infektionen und Entzündungen entstehen. Vorsicht ist geboten, wenn die betroffene Stelle stark gerötet und geschwollen ist, sich warm anfühlt, stark schmerzt (meist ein pochender Schmerz), sich Eiter bildet und/ oder ein schlechter Geruch von der Wunde ausgeht. In solchen Fällen solltest du unbedingt zeitnah einen Arzt aufsuchen, denn es kann eine Blutvergiftung (Sepsis) drohen!

Oft gefragt

Mitarbeiterin bei joviva, Karin Pütz, Content Writerin
Karin Pütz
Medical Writerin
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