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LWS-Schmerzen: Ursachen, Übungen und die richtigen Hilfsmittel
Einleitung
Wenn von Rückenschmerzen die Rede ist, dann sind meist Schmerzen im unteren Rücken gemeint, umgangssprachlich einfach Kreuzschmerzen genannt. Sie sind die häufigsten Schmerzen überhaupt. Vier von fünf Deutschen haben schon einmal damit zu tun gehabt.
Lumbalsyndrom, LWS-Syndrom oder Lendenwirbelsyndrom – all diese Bezeichnungen meinen Schmerzen im unteren Rücken, also im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Du kannst die oft starken Schmerzen mit einfachen Übungen lindern.
Es ist möglich, Schmerzen im unteren Rücken mit regelmäßiger Bewegung und mit gezieltem Muskeltraining vorzubeugen.
Wie entstehen LWS-Schmerzen?
Oft gibt es gar keinen klar erkennbaren Auslöser – aber plötzlich sind sie da: Schmerzen in der Hüfte, im unteren Rücken, die eventuell bis in die Beine ausstrahlen. Auch die Lendenwirbel schmerzen vielleicht. Unterschiedliche Erkrankungen können die Gründe dafür sein – etwa ein Bandscheibenvorfall in der LWS (Lendenwirbelsäule) oder auch ein Hexenschuss. Gemeinsam ist ihnen das unschöne Symptom ‚untere Rückenschmerzen‘.
Bandscheibenvorfall
Sind von deinem Bandscheibenvorfall die Lendenwirbel betroffen, so leidest du unter Rückenschmerzen im unteren Rücken, die bis in Beine und Füße ausstrahlen können. Ein Bandscheibenvorfall entsteht in der Regel durch Fehlbelastung, Bewegungsmangel, Verschleiß oder eine akute Verletzung.
Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals)
In diesem Fall entstehen die Schmerzen im unteren Rücken durch eine Verengung im Spinalkanal (Wirbelkanal im Inneren der Wirbelsäule). Auch hierbei strahlen die Schmerzen oft in Gesäß und Beine aus. Die Ursache für die Verengung ist meist eine Arthrose (umgangssprachlich Verschleiß genannt).
Spondylose (Wirbelgelenkarthrose)
Die Spondylose ist eine verschleißbedingte Erkrankung der Facettengelenke. Diese Gelenke sind für die Beugung, Streckung und Drehung der Wirbelsäule zuständig. Auch eine Wirbelgelenkarthrose führt häufig zu Rückenschmerzen unten in der Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen können in Po, Leiste und Beine ausstrahlen.
Muskelverspannung
Wenn du unter Muskelverspannungen im Rücken leidest, so kann dies leicht zu einem Hexenschuss führen. Eine kurze, ruckartige Bewegung oder eine falsche Belastung reichen manchmal schon aus – und der Schmerz schießt ein. Aber handelt es sich um einen Hexenschuss oder doch um einen Bandscheibenvorfall? Die Unterscheidung kann manchmal schwierig sein. Eine ärztliche Untersuchung wird dir Klarheit bringen. Hast du dann die Bestätigung und es ist ein Hexenschuss – was kannst du tun? Übungen und Rückentraining helfen. Denn auch beim Hexenschuss ist die Ursache häufig fehlende Bewegung. Außerdem kann in manchen Fällen eine Rückenorthese eine gute Wahl sein. Sie stabilisiert und kann deine Lendenwirbelsäule entlasten. Achte darauf, dass die Orthese gut passt und keine Druckstellen entstehen.
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LWS-Schmerzen erkennen: Was sind die Anzeichen?
Du hast Schmerzen wie Messerstiche im Rücken? Oder Schmerzen im unteren Rücken seitlich links? Die Ursache dafür zu erkennen, ist leider gar nicht so einfach. Denn verschiedene Erkrankungen zeigen ganz ähnliche Symptome. Außerdem können Schmerzen an der LWS (Lendenwirbelsäule) ihren Grund auch in etwas haben, das mit deinem Rücken nichts zu tun hat. Ein Arztbesuch ist sinnvoll, damit du Klarheit hast.
Ausstrahlende Rückenschmerzen
Schmerzen, die in Richtung Steißbein und Beine ausstrahlen, kommen zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall und bei einem LWS-Syndrom vor, sind aber auch für einen Hexenschuss typische Symptome.
Taubheit in den Beinen
Eine Durchblutungsstörung kann die Ursache sein, genauso wie eine Nervenerkrankung. Aber auch ein Bandscheibenvorfall in der LWS zeigt diese Symptome.
Schmerzen im unteren Rücken bei einer Frau
Sie können auf ein Lendenwirbelsyndrom (LWS-Syndrom) hindeuten, ebenso gut jedoch auch hormonell bedingte Gründe (Schwangerschaft, Menstruation, Wechseljahre) haben.
Schmerzen im unteren Rücken seitlich links
Hierfür kommen Verspannungen als Folge einseitiger Belastungen auf der linken Seite in Frage, aber auch ein Bandscheibenvorfall ist denkbar, der linksseitig auf eine Nervenwurzel drückt.
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Übungen gegen LWS-Schmerzen
Wir haben ein paar Übungen für dich zusammengestellt, die auch bei starken Rückenschmerzen schnelle Linderung bringen und ohne großen Aufwand zuhause nachzumachen sind. Passe die Übungen bitte unbedingt an deine persönliche Bewegungsfähigkeit an. Ein gewisser Dehnungsschmerz wird auftreten, ist aber notwendig und sollte nur so weit gehen, dass er gut auszuhalten ist. Sprich außerdem mit deinem Arzt und kläre ab, ob die Übungen für dich und deinen speziellen Fall wirklich geeignet sind.
Aufdehnung der Vorderseite
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Schritt 1
Stelle dich mit hüftbreit aufgestellten Beinen gerade hin. Lege die Handinnenflächen flach auf dein Gesäß.
Schritt 2
Strecke nun die Vorderseite durch. Lehne dich dafür langsam mit dem Oberkörper nach hinten. Schiebe gleichzeitig die Leisten mit den Händen nach vorne. Du solltest die Übung etwa zwei Minuten wiederholen.
Aufdehnung der Rückenseite
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Schritt 1
Setze dich auf den Boden – wenn dir das zu unbequem ist, kannst du auch eine Matte oder einfach ein Handtuch unterlegen. Nimm die Beine nach vorne, lege die Fußsohlen gegeneinander und lass die Knie nach außen fallen. Greife nach deinen Füßen und ziehe dich langsam nach vorne. Achte dabei darauf, dass dein Rücken gerade bleibt.
Schritt 2
Bewege dich auf diese Weise immer wieder langsam zu deinen Füßen hin. Atme tief ein und aus. Mit jeder Ausatmung kannst du versuchen, es noch ein bisschen weiter nach vorne zu schaffen. Halte diese Position möglichst eine bis zwei Minuten.
Übungen zur Linderung von Rückenschmerzen
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Hinweise zur Durchführung und Häufigkeit:
Damit die Übungen die erhoffte Wirkung erzielen, musst du sie regelmäßig – am besten täglich – machen. Wichtig ist es dabei auch, die einzelnen Positionen lange genug einzunehmen. Nur wenn die genannten Dehnungszeiten eingehalten werden, kann die Muskulatur Schritt für Schritt nachgeben.
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Wie kann ich LWS-Schmerzen noch behandeln?
Physiotherapie
Gegen Lendenwirbelsäulenschmerzen hilft – so gut dies eben geht – Bewegung. Auf keinen Fall solltest du nur liegen. Versuche stattdessen, mit gezielten Dehnübungen die Lendenwirbelsäule und die Rückenmuskulatur zu entlasten. Dehnübungen sind auch bei Hexenschuss eine sinnvolle Behandlung. Du kannst die Zeit der Schmerzen damit verkürzen.
Triggerpunkt-Massage
Die sogenannten Trigger sind druckempfindliche Verhärtungen im Gewebe, umgangssprachlich „Knubbel“ genannt. Sie entstehen etwa durch zu wenig Bewegung, Fehlbelastung und Stress. Wenn du gezielten Druck auf sie ausübst, können sie gelöst und Verspannungen nach und nach beseitigt werden. Dies kann zwar schmerzhaft sein, ist aber wirkungsvoll. Es dauert jedoch einige Wochen, manchmal sogar Monate, bis sich die Triggerpunkte lösen.
Wichtige Hinweise zur Schmerzbehandlung
Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Schmerzen in der Lendenwirbelsäule lindern kannst. Neben regelmäßiger Bewegung und Übungen können auch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Autogenes Training helfen. Probiere aus, was für dich am besten passt.
LWS-Orthese: Wann sie sinnvoll ist und was sie leisten kann
Eine LWS-Orthese – also eine Orthese für die Lendenwirbelsäule – kommt dann zum Einsatz, wenn der untere Rücken gezielt entlastet, stabilisiert oder in seiner Bewegung begrenzt werden muss.
Typische Anwendungsgebiete sind chronische Rückenschmerzen (hierbei eignet sich zum Beispiel die LWS-Orthese Lombastab Vario von Thuasne oder auch die Donjoy LumboForce Rückenstützorthese von Enovis) , Bandscheibenvorfälle, Wirbelkörperbrüche, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sowie die Nachsorge nach Operationen. Durch gezielten Druck und Gegendruck unterstützt die Orthese die Rumpfmuskulatur, reduziert die Belastung der betroffenen Strukturen und kann so Schmerzen spürbar lindern. Gleichzeitig fördert sie eine aufrechte Körperhaltung und gibt dem Träger im Alltag mehr Sicherheit und Bewegungsstabilität.
Wichtig zu wissen: Eine LWS-Orthese ersetzt keine gezielte Physiotherapie oder muskuläre Kräftigung – sie ist vielmehr eine sinnvolle Ergänzung im Rahmen eines umfassenden Behandlungskonzepts.
LWS-Bandage und LWS-Orthese – die Unterschiede
LWS-Bandage und LWS-Orthese werden oft verwechselt, dabei verfolgen sie andere Ziele und kommen bei unterschiedlichen Beschwerdebildern zum Einsatz.
Dies sind die wichtigsten Unterschiede:
LWS-Bandage
Eine LWS-Bandage besteht meist aus elastischem Material und umschließt den unteren Rücken eng anliegend. Sie ist sinnvoll bei:
leichten bis mittelschweren Rückenschmerzen ohne strukturelle Schädigung
muskulären Verspannungen und Muskelverhärtungen
vorübergehenden Belastungssituationen, wie zum Beispiel körperlich anspruchsvolle Arbeit oder Sport
leichter Instabilität zur propriozeptiven Unterstützung (Verbesserung der Körperwahrnehmung)
Die Bandage wärmt, fördert die Durchblutung und erinnert den Träger an eine rückengerechte Haltung – ohne die Bewegung stark einzuschränken.
LWS-Orthese
Eine LWS-Orthese ist rigider aufgebaut, oft mit eingearbeiteten Pelotten oder Metallstäben, und greift stärker in die Bewegung ein. Sie ist sinnvoll bei:
Bandscheibenvorfällen mit neurologischen Beschwerden
Wirbelkörperbrüchen oder -instabilitäten
degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen (wie etwa Spondylolisthesis)
postoperativer Versorgung nach Wirbelsäuleneingriffen
ausgeprägter Instabilität, die eine mechanische Führung erfordert
Grundsätzlich gilt jedoch: Die Entscheidung, welches Hilfsmittel für dich am besten geeignet ist, sollte immer ein Arzt treffen.
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LWS-Schmerzen: Präventive Maßnahmen
Ergonomie am Arbeitsplatz
Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz ist wichtig, um die Belastung für deinen unteren Rücken so gering wie möglich zu halten. Achte darauf, dass Schreibtisch und Stuhl in der richtigen Höhe zueinander eingestellt sind, damit du auch im Sitzen eine möglichst aufrechte Körperhaltung einnehmen kannst.
Regelmäßige Bewegung und Muskeltraining
Damit kannst du deinen unteren Rücken stärken, Verhärtungen vorbeugen und die Durchblutung verbessern. Mache, wenn du viel sitzen musst, regelmäßig Pausen, stehe auf und dehne dich. So verringerst du die Belastung für deine Wirbelsäule.
Fazit
Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, also im unteren Rücken, sind weitverbreitet, können bis in die Beine ausstrahlen und deinen Alltag stark beeinträchtigen. Doch du kannst vieles tun, um deine Lendenwirbelsäule zu entlasten, sie zu stärken und beweglich zu halten. Mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßiger Bewegung stehen deine Chancen gut, dass die Schmerzen weggehen und auch nicht wiederkommen.
Häufig gestellte Fragen zu LWS-Orthesen
Unsere Experten beraten dich gerne zu den von deinem Arzt empfohlenen Hilfsmitteln.
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