junge Frau im Rollstuhl sitzt an Tisch, arbeitet am Laptop, liest Rechnung

Rollstuhl leihen: Kosten, Ablauf und wo du dir einen Rollstuhl leihen kannst

Aktualisiert am 09.06.2026 |
5 Min. Lesezeit
Geprüft von:Marc Werner

Einleitung

Manchmal braucht man einen Rollstuhl nur für eine bestimmte Zeit – zum Beispiel nach einer Operation oder einem Krankenhausaufenthalt. In solchen Fällen ist es sinnvoll, einen Rollstuhl zu leihen statt zu kaufen. Ein Leihrollstuhl ermöglicht dir, mobil zu bleiben, ohne gleich eine größere Investition zu tätigen. Das Sanitätshaus ist dabei die beste Anlaufstelle – dort kannst du einen Rollstuhl ausleihen, dich beraten lassen und bei ärztlicher Verordnung die Kostenübernahme durch die Krankenkasse klären.

Das Wichtigste in Kürze
  • Im Sanitätshaus kannst du einen Rollstuhl leihen – für wenige Tage bis mehrere Monate.

  • Standardmodelle kosten in der Regel 5–15 Euro pro Tag oder 50–100 Euro pro Monat.

  • Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Leihkosten; du zahlst nur die Zuzahlung von 5 bis maximal 10 Euro.

  • Auch Elektrorollstühle sind in vielen Sanitätshäusern leihweise erhältlich – hier ist eine höhere Kaution und eine Einweisung üblich.

  • Die Preise unterscheiden sich von Sanitätshaus zu Sanitätshaus.

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Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Leihrollstuhl?

Ja, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt grundsätzlich die Kosten für einen Leihrollstuhl, wenn dieser ärztlich verordnet wurde. Nachdem dein Arzt dir eine entsprechende Verordnung ausgestellt hat, kannst du dich an ein Sanitätshaus wenden, das Vertragspartner deiner Krankenkasse ist. In diesem Fall wird dir ein Standardmodell zur Verfügung gestellt – zum Beispiel zur Überbrückung nach einer Operation oder einem Unfall. Du leistest lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 5 bis maximal 10 Euro. Das Sanitätshaus koordiniert die Genehmigung – du musst dich darum in der Regel nicht selbst kümmern.

Wichtig: Gesetzlich Versicherte können Hilfsmittel bei Kostenübernahme nur über Vertragspartner der Krankenkasse beziehen. Deine Krankenkasse gibt dir Auskunft, welches Sanitätshaus in Frage kommt. Die Bearbeitung dauert in der Regel 3 bis 5 Werktage. In dringenden Fällen – zum Beispiel direkt nach einem Krankenhausaufenthalt – kann das Sanitätshaus den Rollstuhl häufig vorab aushändigen und die Genehmigung nachreichen.

Rollstuhl leihen: Wann ist es sinnvoll?

Der Rollstuhlverleih ist eine hervorragende Option, wenn du einen Rollstuhl nur über eine bestimmte Zeit benötigst. So bleibt dir die Freiheit, genau dann mobil zu sein, wenn du es brauchst, und das ganz ohne großen finanziellen Aufwand.

Hier sind einige Situationen, in denen das Leihen eines Rollstuhls besonders sinnvoll ist:

  • Rollstuhl leihen nach OP: Du weißt, dass du den Rollstuhl nur für eine kurze Zeit benötigst, während du dich von einer Operation erholst.

  • Längere Strecken bewältigen: Im Alltag reicht ein Rollator, aber längere Strecken sind zu anstrengend? Ein gemieteter Rollstuhl hilft dir, trotzdem mobil zu bleiben.

  • Für besondere Anlässe: Ein Ausflug oder eine Veranstaltung steht an und du benötigst vorübergehend Unterstützung? Ein Rollstuhl auf Zeit ist eine flexible Lösung.

  • Kurzaufenthalte in ungewohnter Umgebung: Du bist zu Besuch in einer fremden Stadt und hast deinen eigenen Rollstuhl nicht dabei? Einen Rollstuhl ausleihen im Sanitätshaus vor Ort geht ganz einfach.

  • Rollstuhl leihen für Kinder: Ein gebrochenes Bein beim Spielen? Ein gemieteter Rollstuhl hilft deinem Kind, sich sicher zu bewegen, ohne das verletzte Bein zu belasten.

Zusätzlich kommt eine Leihe bzw. Miete auch bei sehr teuren Hilfsmitteln zum Einsatz, zum Beispiel bei Elektrorollstühlen. Möchtest du einen Elektrorollstuhl leihen, gelten besondere Bedingungen: Die Kaution ist in der Regel höher, eine kurze Einweisung in die Bedienung ist verpflichtend, und die Krankenkassengenehmigung kann mehr Zeit in Anspruch nehmen als bei einem Standardmodell.

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Schwarzer Rollstuhl vor einem weißen Hintergrund

Wo kannst du einen Rollstuhl ausleihen?

Wenn du einen Rollstuhl leihen möchtest, ist das Sanitätshaus die erste Anlaufstelle. Ob Standardrollstuhl, Elektrorollstuhl oder spezielles Zubehör – hier findest du eine breite Auswahl, die deinen individuellen Bedürfnissen gerecht wird, und du kannst das Hilfsmittel selbst testen.

Weitere Möglichkeiten, einen Rollstuhl zu mieten sind:

  • Apotheken: Einige Apotheken verleihen Rollstühle, meist jedoch nur einfache Standardmodelle und ohne die umfassende Beratung, die ein Sanitätshaus bietet.

  • Wohlfahrtsverbände und Pflegestützpunkte: Organisationen wie das DRK oder die Caritas verleihen Hilfsmittel teilweise kostenlos oder zu reduzierten Preisen – vor allem für Menschen mit eingeschränkten Mitteln.

  • Krankenkassen: Manche gesetzlichen Krankenkassen haben eigene Hilfsmittellager und können bei Verordnung direkt vermitteln.

Manche Sanitätshäuser bieten auch die Lieferung von Leihrollstühlen nach Hause an. Das ist besonders praktisch, wenn du nach einer Operation noch nicht mobil genug bist, um selbst vorbeizukommen. Frag beim Sanitätshaus direkt nach, ob ein Lieferservice angeboten wird.

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Rollstuhl leihen im Sanitätshaus: Kosten im Überblick

Beim Rollstuhl-Mieten im Sanitätshaus können die Kosten stark variieren, abhängig vom Anbieter, der Art des Rollstuhls und der Ausstattung sowie dem Kostenmodell. In der Regel werden beim Rollstuhl-Leihen die Kosten pro Tag berechnet. Eine genaue Preisangabe gestaltet sich deshalb im Voraus schwierig. Du kannst dich aber an folgendem Leih-Angebot für ein Standard-Modell orientieren:

  • Tagesmiete: ca. 5–15 Euro pro Tag

  • Monatsmiete: ca. 50–100 Euro pro Monat

  • Kaution: in der Regel 25 Euro (wird bei Rückgabe erstattet)

  • Servicepauschale: häufig pauschal ca. 50 Euro

  • Reinigung und Desinfektion: ca. 20 Euro

Elektrorollstühle leihen ist deutlich teurer: Hier ist eine höhere Kaution üblich, und je nach Modell kommen Tagesraten von 20 Euro oder mehr hinzu.

Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse den Großteil der Kosten eines Rollstuhls. Du zahlst dann nur die Zuzahlung von 5 bis maximal 10 Euro – unabhängig davon, wie lange du den Rollstuhl leihst.

Hinweis zu Rollstuhl-Zubehör: Ob Sitzkissen, Fußrasten oder Armlehnenoptionen im Mietpreis enthalten sind, variiert je nach Sanitätshaus. Kläre das beim Abschluss des Mietvertrags, damit es keine unerwarteten Zusatzkosten gibt.

Ablauf: So kannst du einen Rollstuhl ausleihen

Wenn du nach einer Operation vorübergehend auf Unterstützung angewiesen bist, kannst du einen Rollstuhl im Sanitätshaus leihen.

So läuft der Rollstuhl-Verleih ab:

  • Arztbesuch und Verordnung: Besprich mit deinem Arzt deine eingeschränkte Mobilität nach der Operation. Er stellt dir dann eine ärztliche Verordnung für einen Leihrollstuhl aus. Darin sollte der Arzt begründen, warum du einen Rollstuhl brauchst. Am besten wird die Hilfsmittelnummer aus dem Hilfsmittelverzeichnis genannt, wenn ein ganz bestimmtes Modell notwendig ist. Das Hilfsmittelverzeichnis ist eine offizielle Liste aller von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannten Hilfsmittel mit eindeutigen Positionsnummern. Es wird vom GKV-Spitzenverband geführt und ist öffentlich einsehbar.

  • Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen: Jetzt gilt es herauszufinden, mit welchem Sanitätshaus deine Krankenkasse Verträge für die Hilfsmittelversorgung abgeschlossen hat. Dazu gibt dir deine Krankenkasse Auskunft. Die Bearbeitung durch die Krankenkasse dauert in der Regel 3 bis 5 Werktage. In dringenden Fällen – zum Beispiel direkt nach einem Krankenhausaufenthalt – kann das Sanitätshaus den Rollstuhl häufig vorab aushändigen und die Genehmigung nachreichen.

  • Sanitätshaus aufsuchen: Lass dich zu den angebotenen Leihrollstühlen und deren Funktionen beraten. Falls ein Leihrollstuhl nicht in die Kassenleistung fällt, solltest du die Kostenübernahme mit deiner Krankenkasse klären.

  • Mietvertrag abschließen: Kläre den Mietpreis, die Servicepauschale und die Kosten für Reinigung und Desinfektion mit dem Sanitätshaus. Vereinbare die Mietdauer sowie eine eventuelle Verlängerungsmöglichkeit. Unterschreibe den Mietvertrag. Solltest du den Rollstuhl länger als geplant benötigen, reicht in vielen Fällen ein einfacher Anruf beim Sanitätshaus, um die Mietdauer zu verlängern. Bei einer Verlängerung über mehrere Wochen kann dein Arzt eine neue oder angepasste Verordnung ausstellen.

  • Mietgebühr bezahlen: Bei Übernahme durch die Krankenkasse musst du nur die Zuzahlung zwischen 5 und 10 Euro tätigen.

  • Abholung und Rückgabe: In den meisten Fällen kannst du den Leihrollstuhl gleich mitnehmen. Nach Rückgabe des Rollstuhls bekommst du deine hinterlegte Kaution zurück.

In der Regel dauert es nur wenige Tage, bis alles geklärt ist – und in vielen Fällen kannst du den Rollstuhl direkt beim ersten Besuch im Sanitätshaus mitnehmen.

Beantragung und Genehmigung von Hilfsmitteln

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Fazit

Sanitätshäuser bieten neben dem Kauf auch die Vermietung von Rollstühlen an – passend für verschiedene Bedürfnisse und Leihdauern. Dank der Kostenübernahme durch die Krankenkasse bleibt der Eigenanteil bei ärztlicher Verordnung erschwinglich. Besonders sinnvoll ist die Miete für Menschen, die nach einer Operation oder Verletzung nur vorübergehend auf einen Rollstuhl angewiesen sind – wer ihn nur wenige Wochen benötigt, fährt mit einem Leihrollstuhl deutlich günstiger als mit einem Kauf.

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Häufig gestellte Fragen zum Rollstuhlverleih

Anja Lehner-Ulshöfer, Medical Writerin Ratgeberartikel
Anja Lehner-Ulshöfer
Medical Writerin
Autor

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