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Platzwunde richtig behandeln und Narben vermeiden
Einleitung
Eine Platzwunde ist eine häufige Verletzung. In vielen Fällen entsteht sie beim Spielen, beim Sport oder nach einem Sturz. Meist sind Körperstellen betroffen, an denen die Knochen mit wenig Gewebe unter der Haut gepolstert sind, beispielsweise am Kopf, am Ellenbogen oder am Knie. Zwar sind Platzwunden in der Regel eher oberflächlich und heilen oft problemlos ab, können aber stark bluten. Ist die Wunde tief, entzündet oder verschmutzt, so solltest du jedoch auch mit einer Platzwunde am besten einen Arzt aufsuchen. Erfahre hier alles, was du über Platzwunden wissen musst:
Anders als eine Schürfwunde, die durch Abschürfen der oberen Hautschichten (Epidermis) entsteht, kommt eine Platzwunde durch stumpfe Gewalteinwirkung zustande. Die Haut reißt auf und die Wunde blutet oft stark.
Die richtige Wundversorgung und Nachsorge sind ist bei einer Platzwunde von großer Wichtigkeit, um Infektionen zu verhindern, die Heilung zu fördern, Schmerzen zu lindern und eine Narbenbildung zu minimieren.
Eine Platzwunde heilt in drei Wundheilungsphasen: die Exsudationsphase (Reinigung, Blutstillung), die Granulationsphase (Aufbau von neuem Gewebe) und die Epithelisierungsphase (Überzug der Wunde mit Hautzellen, Narbenbildung).
Du fragst dich: Nach einem Sturz auf den Kopf – wann solltest du zum Arzt gehen? Die Antwort lautet: Immer und zwar sofort! Erst recht, wenn Symptome wie wiederholtes Erbrechen, starke oder zunehmende Kopfschmerzen, Gedächtnislücken, Sprach- oder Sehstörungen und starke Benommenheit auftreten. Dies können Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder gar einer Hirnblutung sein!
Platzwunde: Ursachen und typische Körperstellen
So können Platzwunden entstehen
Eine Platzwunde entsteht durch stumpfe Gewalteinwirkung, oft an Stellen, an denen die Haut sehr dünn ist und der Knochen ohne viel schützendes Gewebe dicht unter der Haut liegt. Der Druck lässt die Haut aufplatzen, was zu einer starken Blutung und oft erheblichen Schmerzen führt.
Hier eine Übersicht der häufigsten Ursachen für eine Platzwunde:
Stürze (etwa Treppen, Badezimmerfliesen, Bordsteine, Asphalt)
Sport und Freizeitunfälle (zum Beispiel beim Zusammenprallen, Anstoßen des Kopfes)
Verkehrsunfälle (etwa Helmaufschläge, Anstoßen des Kopfes an der Windschutzscheibe oder auf dem Asphalt)
Schläge und Stöße (zum Beispiel durch stumpfe Gegenstände oder bei körperlicher Gewalt)
Arbeitsunfälle (etwa an Maschinen oder durch Unachtsamkeit)
Achtung: Beobachtest du einen Sturz auf den Hinterkopf bei einem Erwachsenen, so solltest du, wenn die Person bei Bewusstsein ist, folgendes tun:
Bewahre selbst die Ruhe, sprich die betroffene Person an und rede beruhigend auf sie ein.
Bringe die betroffene Person vorsichtig in Rückenlage und lagere Kopf/Oberkörper leicht erhöht (zum Beispiel eine Jacke unterlegen), um den Hirndruck zu senken.
Bewege die betroffene Person möglichst wenig, da die Halswirbelsäule verletzt sein könnte.
Beobachte die betroffene Person und achte auf Veränderungen (Sprache, Pupillen).
Halte die betroffene Person warm (es besteht die Gefahr eines Schocks).
Versorge die Wunden. Versuche bei blutenden Kopfwunden, die Blutung zu stoppen durch leichten Druck auf die betroffene Stelle, idealerweise mit einem sterilen Tuch).
Generell gilt: Egal, ob du selbst betroffen bist oder jemand anderes – wähle bei starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehstörungen, Verwirrung, oder Flüssigkeitsaustritt aus Ohren oder Nase sofort den Notruf 112! Ernste Verletzungen wie eine Gehirnerschütterung oder eine Hirnblutung sind möglich und erfordern dringend einen Arzt!
Typische Körperstellen
Kopf und Gesicht
Eine Kopfplatzwunde ist eine der häufigsten Wunden überhaupt und blutet oft sehr stark. Wegen des bestehenden Infektionsrisikos und der Möglichkeit, dass du dir eine Gehirnerschütterung zugezogen hast, solltest du eine Platzwunde am Kopf immer von einem Arzt abklären lassen. Dies gilt auch bei einer Platzwunde im Gesicht und einer Platzwunde an der Stirn.
Höchste Eile ist geboten, wenn die Ränder der Platzwunde mehr als fünf Millimeter auseinanderklaffen, sie sehr stark blutet und die Blutung auch nach zehn Minuten Druck ausüben nicht stoppt, die Wunde stark verschmutzt ist, der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung (Symptome: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Apathie, Gedächtnislücken, Verwirrung) besteht oder die letzte Tetanus-Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt.
Aber auch kleinere Platzwunden im Gesicht solltest du ärztlich abklären lassen, um die Gefahr von Infektionen zu minimieren und eine Narbenbildung nach Möglichkeit zu vermeiden. Achtung: In der Regel ist es nur binnen sechs Stunden nach der Verletzung möglich, eine Platzwunde zu nähen, zu klammern oder zu kleben. Danach muss der Arzt die Wunde offenlassen, weil das Infektionsrisiko zu hoch ist. Dies hat folgenden Grund: Nach sechs Stunden steigt die Erregerzahl in der Wunde rapide an, sodass die Gefahr groß ist, dass sich unter einer Naht eine Entzündung bilden würde.
Gut zu wissen: Eine Platzwunde an der Lippe sollte sofort gekühlt werden, da die Lippen gut durchblutet sind und stark anschwellen können. Eine Platzwunde an der Lippe muss oft genäht oder geklebt werden, um die Narbenbildung zu minimieren und Infektionen zu vermeiden. Kleinere Risse können mit Panthenol- oder Ringelblumensalben gepflegt werden, wenn die Wunde sauber ist.
Schienbeine
Eine Platzwunde am Schienbein geht oft einher mit einer starken Blutung, da die Haut dort dünn ist und direkt auf dem Knochen liegt. Starke Schwellungen und Infektionen sind möglich. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für Knochenprellungen oder -brüche. Suche unbedingt zeitnah einen Arzt auf und lass die weitere Behandlung abklären. Um Knochenverletzungen auszuschließen, kann eine Röntgenuntersuchung notwendig sein.
Knie
Auch bei einer Platzwunde am Knie kommt es zu starken Blutungen, da die Haut an dieser Stelle direkt über den Knochen liegt. Es besteht die Gefahr, dass durch den der Wunde zugrundeliegenden Aufprall tiefere Verletzungen (an Sehnen, an Bändern und an Knochen) entstanden sind. Lass dies von einem Arzt überprüfen! Oft heilt eine Platzwunde am Knie zudem recht langsam aufgrund der Gelenkbewegungen. Da Schwellungen und Entzündungen möglich sind, kann es oft sinnvoll sein, die Wunde zu nähen. Befrage dazu deinen Arzt.
Ellenbogen
Wegen der exponierten Stelle der Wunde besteht bei einer Platzwunde am Ellenbogen die Gefahr, dass Nerven, Sehnen oder auch das Gelenk selbst verletzt sind. Dies kann zu Bewegungseinschränkungen und Taubheitsgefühl führen. Suche unbedingt einen Arzt auf!
Auch eine Platzwunde am Ellenbogen blutet oft stark, ist, wenn keine tieferliegenden Strukturen betroffen sind, aber meist harmlos. Stoppe die Blutung zunächst (saubere Kompresse), reinige die Wunde, desinfiziere sie und verbinde sie dann (eventuell mit einem speziellen Schildkrötenverband). Ein Kühlen der Schwellung kann gegen Schmerzen helfen. Lege das Kühlpack oder die Kühlkompresse aber nie direkt auf die Haut, sondern immer mit einem Tuch dazwischen, um Erfrierungen zu vermeiden. Ein Hochlagern des verletzten Armes kann ebenfalls sinnvoll sein.
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Sofortmaßnahmen: Erste Hilfe bei einer Platzwunde
Eine Platzwunde ist eine sehr häufige Verletzung – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, jederzeit zu wissen, was im Falle eines Falles zu tun ist.
So machst du alles richtig:
Blutung stoppen (sauberes Tuch, sterile Kompresse, sanfter Druck). Bei starker Blutung sollte ein Druckverband angelegt werden.
Reinigung der Wunde (fließendes Wasser)
desinfizieren (alkoholfreies Wunddesinfektionsmittel)
mit Wundgel feucht halten (bei kleinen, eher oberflächlichen Wunden)
abdecken (Pflaster oder Verband)
kühlen der Wunde (zum Beispiel mit Kühlpacks; Achtung: Sie sollten niemals eiskalt sein! Außerdem am besten in ein Tuch einwickeln, um Hautschäden zu vermeiden!)
Tetanus-Schutz checken
Arztbesuch für fachgerechte Versorgung (Klammern, Kleben, Nähen, Ausschließen einer Gehirnerschütterung)
Gut zu wissen: Ab wann muss eine Wunde genäht werden? – Es kann unterschiedliche Gründe geben, eine Platzwunde zu nähen. Dies sollte aber immer dann geschehen, wenn die Wunde tief (tiefer als 0,5 Zentimeter) und groß ist, die Wundränder weit (mehr als 0,5 Zentimeter) auseinanderklaffen, sich die Wunde am Gelenk oder im Gesicht befindet, stark blutet und sich durch Druck nicht stillen lässt.
Wichtig: Nähen oder Kleben ist meist nur innerhalb der ersten sechs Stunden möglich, da danach das Infektionsrisiko zu hoch ist.
Eine Naht trägt im Allgemeinen dazu bei, dass eine Wunde schneller heilt und eine kleinere Narbe entsteht. Der Arzt sollte eine Platzwunde kleben, wenn sie recht klein ist (die Wundränder maximal 0,5 Zentimeter auseinanderklaffen), sauber und flach ist und sich an einer nicht stark bewegten Stelle befindet.
Platzwunde am Kopf bei Kindern: Was Eltern beachten sollten
Oft reicht ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – schon ist es geschehen, dein Kind hat sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen! Natürlich ist eine Platzwunde am Kopf des Kindes für die Eltern immer ein schlimmer Anblick, trotzdem solltest du versuchen, Ruhe zu bewahren. Notwendige Sofortmaßnahmen sind bei einem Kind grundsätzlich die gleichen wie bei einem Erwachsenen: Zunächst die Blutung mit Druck stillen (saubere Kompresse), die Wunde reinigen (Wasser), wenn möglich desinfizieren und anschließend sofort einen Arzt aufsuchen, damit dieser die Wunde professionell versorgen und dein Kind auf eine mögliche Gehirnerschütterung hin prüfen kann.
Wichtig: Hat sich dein Kind eine Platzwunde am Kopf zugezogen und zeigt Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen, Müdigkeit und Verwirrung, wähle sofort den Notruf 112!
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Tipps zur Behandlung und Narbenvermeidung
Medizinische Behandlungsmaßnahmen
Folgende medizinische Behandlungsmaßnahmen sind bei einer Platzwunde notwendig: Zuerst wird die Wunde gereinigt und stark blutende Wunden durch Druck gestillt, eventuell unterstützt durch ein Hochlagern der betroffenen Stelle. Dann entscheidet der Arzt über den Verschluss, ob genäht oder geklammert (meist bei größeren Wunden) oder geklebt wird (vorrangig bei kleineren Wunden). Wichtig ist auch die Prüfung des Tetanus-Impfstatus. Besonders bei größeren und stark blutenden Wunden solltest du immer den Arzt aufsuchen.
Bei einer schlechten Erstversorgung besteht die Gefahr, dass sich die Wunde entzündet. Denn dann können Krankheitserreger wie Bakterien und Keime an der offenen Stelle eindringen und sich vermehren. Eine schlechte Durchblutung und auch bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus können das Risiko einer Entzündung erhöhen und den Heilungsprozess erschweren. Weitere Risikofaktoren, die eine Wundheilungsstörung begünstigen können, sind zum Beispiel Übergewicht, Rauchen, die Einnahme bestimmter Medikamente (Cortison), Stress, Alkohol und eine ungesunde Ernährung.
Um bei einer Platzwunde eine Narbenbildung zu verhindern oder sie zu minimieren, ist aber nicht nur eine schnelle, saubere und professionelle Wundversorgung notwendig, sondern auch eine frühzeitige und konsequente Wundpflege.
Ebenfalls interessant: Wie lange ist man mit einer Platzwunde am Kopf krank? – Dies kann unterschiedlich sein. Wie lange es dauert, bis eine Platzwunde am Kopf verheilt ist, hängt unter anderem von der Tiefe und Größe der Wunde ab, von der Stelle, an der sie sich befindet und auch davon, ob Vorerkrankungen wie etwa Diabetes mellitus bestehen. Meist dauert eine grundlegende Heilung jedoch zwischen sieben und einundzwanzig Tagen, wobei kleine Wunden natürlich schneller verheilen als genähte oder tiefe Verletzungen.
Wurde die Platzwunde genäht, so können die Fäden oft nach sieben bis vierzehn Tagen gezogen werden. Ob und wie lange du dich danach noch schonen solltest, besprichst du am besten mit deinem Arzt. Denn bis zur vollständigen Geweberegeneration und Belastbarkeit können sogar vier bis sechs Wochen vergehen.
Wundpflege -und Versorgung
Nach der professionellen Versorgung der Platzwunde folgen die Nachsorge und Pflege. Folgendes gehört dazu:
Die Wunde sollte mindestens eine Woche lang nicht nass werden (solange sie nicht verschlossen ist). Nutze beim Duschen wasserfeste Pflaster.
Halte die Wunde sauber, wechsle Verbände steril und vermeide Reibung und Kratzen an der betroffenen Stelle.
Ist deine Wunde genäht worden, solltest du für etwa vier bis acht Wochen auf Sport verzichten, damit die Narbe nicht wieder aufreißt. Schütze die Wunde zudem vor direkter Sonneneinstrahlung.
Um die genähte Wunde zu pflegen und die Heilung zu beschleunigen, kannst du in vielen Fällen spezielle Heilsalben verwenden. Besprich dich dazu mit deinem Arzt.
Ist die Wunde vollständig verschlossen, so ist es meist sinnvoll, spezielle Produkte zur Narbenpflege einzusetzen. Ist die Narbe verschlossen, trocken und die Fäden sind gezogen, so können außerdem in einigen Fällen sanfte Massagen die Narbe geschmeidiger machen. Lass dich auch dazu von deinem Arzt beraten.
Häufig gefragt: Ab wann kommt eine genähte Wunde ohne Pflaster aus? – Die Antwort auf diese Frage hängt von Art, Größe und Tiefe der Wunde ab. Ganz allgemein lässt sich jedoch sagen, dass eine genähte Wunde ohne Pflaster auskommt, sobald sie sauber, trocken und fest verschlossen ist. In unkomplizierten Fällen kann dies bereits nach drei bis vier Tagen der Fall sein. Spätestens wenn die Fäden gezogen worden sind (oft nach zehn bis vierzehn Tagen), sollte du aber auf ein Pflaster verzichtet können. Kläre dies zuvor am besten jedoch mit deinem Arzt ab.
Indikationen für einen Arztbesuch
Es gibt einige Indikatoren, die klar darauf hindeuten, dass du mit deiner Platzwunde einen Arzt aufsuchen solltest. Folgende gehören dazu:
deine Platzwunden ist tief (tiefer als 0,5 Zentimeter) und die Wundränder klaffen weit auseinander (mehr als 0,5 Zentimeter)
deine Platzwunde blutet stark
deine Platzwunde ist verschmutzt
deine Platzwunde befindet sich im Gesicht oder an den Gelenken
deine Platzwunde enthält Fremdkörper
deine Platzwunde schmerzt sehr stark
dein Tetanus-Schutz nicht mehr gegeben
du spürst Anzeichen einer Gehirnerschütterung
deine Platzwunde ist entzündet (Rötung, Schwellung, Eiter und Fieber)
Mit einer Platzwunde ist es wichtig, den Arzt möglichst bald aufzusuchen. Denn die Wunde kann meist nur binnen sechs Stunden nach der Verletzung genäht, geklebt oder geklammert werden, weil nach dieser Zeit die Keimbelastung stark ansteigt und somit das Infektionsrisiko zu hoch ist.
Fazit
Viele Platzwunden heilen problemlos ab. Dennoch sollte man eine Platzwunde unbedingt immer ernst nehmen. Wird sie nicht richtig versorgt, drohen Infektionen. Gelangen Keime, Schmutz oder andere Fremdkörper in die Wunde, so kann sich die Wunde entzünden. Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Wunde tief, groß oder/und stark blutend ist. Im schlimmsten Fall kann eine entzündetet Wunde sogar zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Die frühzeitige und richtige Versorgung einer Platzwunde ist daher von größter Bedeutung und hat zudem häufig Einfluss darauf, ob sich eine Narbe bildet und wie diese aussieht.
Oft gefragt
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