Zweimal Brustkrebs – Ines entschied sich fürs Leben und Daten ohne Brüste
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Keine Brüste – weniger Angst vor einer erneuten Diagnose
Rund 70 Tausend Frauen erkranken jährlich neu an Brustkrebs. Bei etwa 60 Prozent der Patientinnen kann die natürliche Brust dank moderner Therapien erhalten werden. Bei rund 40 Prozent der Betroffenen muss eine Brust operativ entfernt werden oder sogar beide (Mastektomie). Die Mehrheit der Frauen, bei denen eine Amputation notwendig ist, wählt anschließend einen plastischen Brustaufbau (durch Implantate oder Eigengewebe).
Doch es gibt auch solche, die sich bewusst gegen einen Wiederaufbau und für ein Leben ohne Brust entscheiden. Ines (@brustlos.happy) ist eine von ihnen. Nach der zweiten Diagnose, gerade mal sieben Monate nach der ersten, stand für sie fest, dass sie sich beide Brüste abnehmen und nicht wieder aufbauen lassen würde. Dadurch ist ihr Risiko, erneut an Brustkrebs zu erkranken, massiv gesunken.
Heute, etwa viereinhalb Jahre später, gilt Ines als krebsfrei. Sie strahlt, steckt voller Energie und Lebensfreude – und die will sie an andere Frauen in einer ähnlichen Lebenssituation weitergeben. Ines sieht sich als Mutmacherin für alle Kämpferinnen. Und dabei spricht sie auch ganz offen Dinge an, über die ansonsten selten geredet wird. Das Daten ohne Brüste ist eines dieser Themen.
ein Knoten oder eine Verhärtung in Brust oder Achselhöhle, der sich neu anfühlt
eine Veränderung der Brustform oder -größe, zum Beispiel eine Schwellung oder eine Stelle, die etwas eingedellt aussieht (nach innen gewölbt)
Hautveränderungen wie Rötung, Grübchenbildung („Orangenhaut“) oder Schuppung
Veränderungen an der Brustwarze, etwa Einziehung, Ausfluss (auch blutig) oder Rötung
Schmerzen in der Brust oder Brustwarze, die nicht mit dem Zyklus zusammenhängen
Sichtbare Venen oder eine ungewöhnlich warme Stelle auf der Brust
Ich will mich nicht verstecken
Ines mag ihr Leben ohne Brüste. Außerdem ist sie glücklicher Single. Klar, dass sie ab und zu datet. – Warum auch nicht? Wie sie dabei mit ihrer Krankheit umgeht, was sie im Laufe der Zeit gelernt hat – und ob sie beim Daten die nicht vorhandenen Brüste zum Beispiel mit einem Prothesen-BH kaschiert – all das hat sie mir erzählt.
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Drei private Fragen – drei ehrliche Antworten
Das erste Date, romantische Stimmung. Ist das der richtige Zeitpunkt, um darüber zu sprechen, dass du brustlos glücklich bist? Oder ist es ein Stimmungskiller?
Wenn ich date, bin ich ganz offen. Ich spreche meine Krankheit und auch meine fehlenden Brüste direkt an, denn das ist meine Geschichte und ich habe keinen Grund, mich zu verstecken. Ganz ehrlich, wir Frauen haben so viel mehr zu bieten als das, was man auf den ersten Blick sieht, wie zum Beispiel Brüste – nämlich ein strahlendes Lächeln, eine offene und ehrliche Art, emotionale Intelligenz, eine spannende Persönlichkeit. Ich glaube, die Liste ist endlos lang.
Du kennst beides: Fühlt sich das Daten ohne Brüste anders an als das Daten mit Brüsten?
Daten ohne Brüste heißt nicht, dass mir etwas fehlt. Aber weißt du, was ich beim Daten gelernt habe – ich darf entscheiden, was sich für mich gut anfühlt. Manchmal gehe ich auf ein Date und trage einen Prothesen-BH – nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es möchte. Weil mir der BH ein Gefühl von Sicherheit gibt. Und ja, manchmal fühle ich mich damit auch ein bisschen sexier. Abgesehen davon bin ich davon überzeugt, dass irgendwann der Richtige dabei ist. Jemand, der mich genauso liebt und schätzt, wie ich bin.
Was möchtest du anderen Frauen sonst noch mitgeben, was ist dir wichtig?
Ich kann jeder Frau nur dringend nahelegen, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. – Aber das allein reicht nicht! Verlass dich nicht darauf. Ich habe meinen Tumor selbst entdeckt – beim Einseifen unter der Dusche – und ahnte sofort, was los war. Taste dich also regelmäßig selbst ab! Je früher ein Tumor entdeckt wird, umso besser. Du solltest Veränderungen an deiner Brust oder an den Lymphknoten – zum Beispiel unter den Achseln – auf jeden Fall ernst nehmen und von deinem Arzt abklären lassen! Natürlich bedeutet nicht jede Veränderung automatisch, dass du Brustkrebs hast – aber ganz sicher kannst du erst sein, wenn ein Experte draufgeschaut hat.
Eine Mastektomie ist ein wichtiger Schritt, über den viele Frauen aus unterschiedlichen Gründen nachdenken. Diese weitreichende Entscheidung zu treffen, fällt nicht leicht. Zum besseren Verständnis hier eine Übersicht der Gründe für eine Brustentfernung.
Folgendes kann eine Mastektomie notwendig machen:
Brustkrebs
Wenn ein Tumor entdeckt wird, kann die Entfernung der Brust helfen, die Erkrankung wirksam zu behandeln.
Hohes genetisches Risiko
Bei bestimmten Genveränderungen (zum Beispiel BRCA1/BRCA2) kannst du dich vorbeugend für eine Mastektomie entscheiden, um dein Risiko deutlich zu senken.
Wiederkehrender Krebs
Nach einer brusterhaltenden Therapie kann eine Mastektomie sinnvoll sein, wenn der Krebs zurückkehrt.
Persönliche Entscheidung
Manche Frauen wählen diesen Weg freiwillig, weil beispielsweise eine starke familiäre Vorbelastung besteht und sie eine Brustkrebs-Erkrankung auf diese Weise vermeiden wollen.
Egal, was deine persönliche Situation ist – du hast die Möglichkeit, gemeinsam mit deinem Ärzteteam die für dich passende Lösung zu finden. Lass dich umfassend beraten und triff deine Entscheidung nicht übereilt.
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