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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: Tipps & Lösungen

Aktualisiert am 30.03.2026 |
8 Min. Lesezeit
Geprüft von:Partner Management

Einleitung

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind ein häufiges, wenn auch oft verschwiegenes Thema, das viele werdende Mütter betrifft. Solltest du während deiner Schwangerschaft selbst daran leiden oder den Verdacht haben, ist das jedoch kein Grund, zu verzweifeln – du bist nicht allein. Vielleicht stellst du dir die folgenden Fragen: Wie sehen Hämorrhoiden aus? Was hilft dagegen? In diesem Artikel erfährst du, warum Hämorrhoiden gerade in der Schwangerschaft so häufig auftreten, wie du sie erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten dir zur Verfügung stehen und wie du aktiv vorbeugen kannst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Obwohl es sich bei Hämorrhoidalpolstern um eine natürliche Abdichtung des Enddarms handelt, können bestimmte Auslöser wie langes Sitzen und Pressen beim Stuhlgang zu einer Vergrößerung dieser führen. In diesem Fall können sie – je nach Schweregrad – aus dem Analkanal austreten und unangenehmes Jucken, Brennen oder auch Entzündungen verursachen.

  • Hämorrhoiden sind während der Schwangerschaft keine Seltenheit, da bestimmte Faktoren wie Hormonveränderungen, Druck auf die Beckenvenen durch das Baby und Verstopfungen deren krankhafte Vergrößerung begünstigen können.

  • In den meisten Fällen lassen sich Hämorrhoidalbeschwerden durch konservative Maßnahmen wie Sitzbäder, Salben, Sitzkissen und eine sanfte, schonende Hygiene gut behandeln. Dabei sollte zusätzlich auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden. In einigen Fällen können jedoch auch medizinische Eingriffe notwendig werden. Wichtig: Jede Behandlung sollte vorab mit einem Arzt abgeklärt werden, um eine Verschlimmerung der Beschwerden zu vermeiden und die passende Therapie zu finden.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft – Ein häufiges Problem

Hämorrhoidalpolster hat jeder Mensch. Dabei handelt es sich um normale Gefäßpolster im Enddarm, die als eine Art „Abdichtung“ des Afters dienen und den Schließmuskel für einen kontrollierten Stuhlgang unterstützen. Erst wenn diese sich krankhaft vergrößern, können Hämorrhoiden zu einem echten Problem werden. Dies kann vor allem durch erhöhten Druck, beispielsweise durch starkes Pressen beim Stuhlgang oder langes Sitzen, aber auch durch genetische Faktoren oder das Alter ausgelöst werden.

Eine Schwangerschaft kann zusätzliche Risikofaktoren für Hämorrhoiden mit sich bringen und ist aus diesem Grund keine Seltenheit. Besonders betroffen sind Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel, allerdings können Hämorrhoiden auch nach der Geburt auftreten. Solltest du befürchten, selbst Hämorrhoiden entwickelt zu haben, ist das kein Grund zur Verzweiflung: Mit den richtigen Maßnahmen können sie gut behandelt und die Schmerzen gelindert werden.

Wichtig: Beachte, dass du bei akuten oder anhaltenden Beschwerden immer fachlichen Rat einholen solltest. Eine Selbstbehandlung sollte nur nach Rücksprache mit deinem Arzt erfolgen.

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Wie entstehen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft kann es häufig zu Hämorrhoidalleiden kommen, da mehrere Faktoren zusammenwirken und deren Entstehung begünstigen.

Dazu gehören:

  • Hormonveränderungen: Schwangerschaftshormone machen die Gefäße weicher und das Gewebe lockerer, wodurch Hämorrhoiden einfacher entstehen können.

  • Druck durch das wachsende Baby: Der Bauch drückt auf die Venen im Becken, wodurch die Hämorrhoiden leichter anschwellen können.

  • Verstopfungen & starkes Pressen: Wenn der Stuhl verhärtet ist oder nur selten kommt, kann das starke Pressen Hämorrhoiden begünstigen.

Auch die Geburt selbst kann ein Risikofaktor für Hämorrhoiden sein. Das Pressen während der Wehen übt Druck auf den Beckenbereich aus und kann bestehende Hämorrhoiden verschlimmern oder neue entstehen lassen. Viele Frauen entwickeln aus diesem Grund auch nach der Entbindung Hämorrhoidalbeschwerden.

Hämorrhoiden-Symptome in der Schwangerschaft

Es können verschiedene Hämorrhoiden-Symptome bei Frauen während der Schwangerschaft auftreten. Beachte jedoch, dass Veränderungen im Analbereich nicht zwingend auf Hämorrhoiden hinweisen müssen.

Um festzustellen, ob du betroffen bist, achte auf folgende Symptome:

  • Juckreiz und Brennen: Oft sind das die ersten Symptome. Der Juckreiz kann sich besonders nach dem Stuhlgang oder abends verstärken.

  • Schmerzen beim Stuhlgang: Du spürst ein unangenehmes Druckgefühl oder stechende Schmerzen, besonders wenn der Stuhl hart ist.

  • Hellrote Blutungen: Blut auf dem Toilettenpapier oder in der Toilette ist ein häufiges Zeichen. Hierbei kann es sich um Hämorrhoidenbluten handeln.

  • Schwellungen oder Knoten: Bei äußeren Hämorrhoiden kannst du kleine, weiche Knoten am After ertasten. Sie sind häufig druckempfindlich oder schmerzhaft.

  • Nässen: Manchmal entsteht bei vergrößerten Hämorrhoiden Schleim oder Feuchtigkeit, welche zu Hautreizungen und weiterem Juckreiz führen können.

Wie sehen Hämorrhoiden aus?

Äußere Hämorrhoiden kannst du daran erkennen, dass sie als weiche, bläuliche oder rötliche Knötchen rund um den After auftauchen. Innere Hämorrhoiden sind dagegen meist nur anhand von Blutspuren erkennbar, da die Schwellungen selbst im Analkanal verborgen sind.

Hämorrhoiden-Schweregrade

Um die Schwere von Hämorrhoidenbeschwerden festzustellen, werden sie in vier Grade eingeteilt:

  • Grad 1: Hämorrhoiden sind etwas vergrößert, befinden sich aber im Analkanal. Es können leichte Blutungen auftreten, Schmerzen sind jedoch nicht bemerkbar.

  • Grad 2: Beim Pressen treten die Hämorrhoiden nach außen und ziehen sich im Anschluss wieder zurück. In dieser Stufe machen sie sich durch Jucken und Brennen bemerkbar.

  • Grad 3: Die Hämorrhoiden treten nach außen, aber ziehen sich nicht automatisch wieder zurück. Zu diesem Punkt können sie allerdings noch manuell zurückgeschoben werden. Die Beschwerden sind deutlich verstärkt.

  • Grad 4: Beim höchsten Schweregrad liegen die Hämorrhoiden dauerhaft außerhalb des Analkanals und lassen sich nicht selbst zurückschieben. An dieser Stelle können neben den bestehenden Schmerzen Beschwerden wie Entzündungen und Thrombosen auftreten.

Behandlung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Zum Glück lassen sich viele Hämorrhoidalbeschwerden während und nach der Schwangerschaft häufig einfach selbst behandeln. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass du die Maßnahmen mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprichst, um Komplikationen oder Fehlbehandlungen zu vermeiden.

Konservative Maßnahmen

Die Grundlage jeder Behandlung sind konservative Maßnahmen, die dazu dienen, den Druck auf die Hämorrhoiden zu reduzieren und die Beschwerden zu lindern. Dazu gehören:

  • Sitzbäder: Warme Sitzbäder mit klarem Wasser oder Kamillenzusätzen können Juckreiz und Entzündungen lindern. 10 bis 15 Minuten, ein- bis zweimal täglich, sind oft schon hilfreich.

  • Kühlung: Kühlende Kompressen oder spezielle Kühlpads für den Analbereich können Schwellungen reduzieren und Schmerzen lindern.

  • Salben und Zäpfchen: Es gibt spezielle Hämorrhoidensalben und -zäpfchen, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend wirken. Allerdings sind nicht alle für Schwangere geeignet. Lass dich am besten dafür im Sanitätshaus, der Apotheke oder von deinem Arzt beraten.

  • Sanfte Hygiene: Reinige den Analbereich nach dem Stuhlgang sanft mit lauwarmem Wasser statt mit trockenem Toilettenpapier. Feuchttücher sind eine gute Alternative, sollten aber frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein.

  • Ergonomische Sitzkissen: Ein Ringkissen oder ergonomisches Sitzkissen kann den Analbereich beim Sitzen entlasten und die Beschwerden deutlich reduzieren. Gerade wenn du beruflich viel sitzt, können sie eine große Erleichterung sein.

  • Inkontinenzeinlagen: Wenn die Hämorrhoiden nässen oder du Angst vor kleinen Blutungen im Alltag hast, können diskrete Einlagen oder Inkontinenzprodukte eine praktische Lösung sein. Sie schützen deine Wäsche, geben dir Sicherheit im Alltag und lassen sich unauffällig tragen.

Um das passende Hilfsmittel zur Unterstützung bei Hämorrhoiden zu finden, kannst du ganz einfach einen Beratungstermin im Sanitätshaus vereinbaren.

Medizinische Eingriffe

Während der Schwangerschaft werden invasive Behandlungen meist vermieden. Bei starken Beschwerden können allerdings nach der Geburt je nach Schweregrad Eingriffe wie eine Hämorrhoidenverödung, eine Gummibandligatur oder eine Operation in Betracht kommen, um die Hämorrhoiden zu entfernen. Diese Maßnahmen sollten immer ärztlich sorgfältig abgewogen werden.

Wie kann man Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen?

Wie kann man Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen?

Die beste Vorbeugung gegen Hämorrhoiden ist oft einfacher, als du denkst. Was hilft also gegen Hämorrhoiden?

Durch ein paar Anpassungen in deinem Alltag kannst du das Risiko deutlich senken und die Beschwerden lindern:

  • Ernährung: Eine ballaststoffreiche Kost mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten sowie 1,5–2 Liter Flüssigkeit pro Tag sind bei Hämorrhoiden zu empfehlen, da sie den Stuhl weich halten. Begleitend können auch Probiotika eingesetzt werden, um die Verdauung zu unterstützen. Stopfende und fettige Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, Bananen, Schokolade solltest du hingegen eher meiden.

  • Bewegung und Hygiene: Regelmäßige Bewegung und Beckenbodentraining fördern die Darmfunktion. Achte zusätzlich auf eine sanfte Analhygiene (Wasser statt starkes Reiben), um den betroffenen Bereich vor Reizungen zu schützen.

  • Druck vermeiden: Versuche, nicht zu lange auf der Toilette zu sitzen, und vermeide starkes Pressen. Wenn du zum Beispiel aufgrund deiner Tätigkeit viel sitzen musst, achte auf eine ergonomische Haltung und dynamisches Sitzen.

Übungen bei Blasenschwäche

Wann sollte man bei Hämorrhoiden einen Arzt aufsuchen?

Auch wenn Hämorrhoiden während der Schwangerschaft häufig auftreten und meist von selbst wieder verschwinden, solltest du in bestimmten Fällen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dafür ist es hilfreich, die Warnsymptome zu kennen und eine frühzeitige Untersuchung durchführen zu lassen.

Alarmzeichen

Suche umgehend einen Arzt auf, wenn:

  • starke oder anhaltende Blutungen auftreten, die nicht nach wenigen Tagen aufhören.

  • du unter starken Schmerzen leidest, die länger bestehen und sich nicht mit einfachen Mitteln lindern lassen.

  • du Fieber entwickelst oder Anzeichen einer Entzündung bemerkst.

  • die Hämorrhoiden dauerhaft nach außen treten und sich nicht zurückschieben lassen

  • du unsicher bist, ob es sich tatsächlich um Hämorrhoiden handelt oder eine andere Erkrankung vorliegt.

Untersuchungsmethode bei Hämorrhoiden

  • Anamnese: Zunächst befragt dich dein Arzt zu deinen Beschwerden, zum Beispiel Blutspuren, Juckreiz, Spannungsgefühlen oder Brennen.

  • Körperliche Untersuchung: Hierbei schaut er sich den Analbereich an und tastet ihn vorsichtig ab.

  • Proktoskopie: Stellt der Arzt Hämorrhoiden fest, wird eine Untersuchung des Enddarms durchgeführt. Hierbei kann er mit einem kleinen, beleuchteten Rohr (Proktoskop) auch innere Hämorrhoiden erkennen, die von außen nicht sichtbar sind.

Die Untersuchung ist in der Regel kurz und schmerzlos. Zögere deshalb nicht, offen über deine Beschwerden zu sprechen. Auch wenn Hämorrhoiden oft mit Scham verbunden sind, ist eine offene Kommunikation mit deinem Arzt wichtig. So können auch andere mögliche Ursachen ausgeschlossen und unnötige Sorgen sowie eine Verstärkung der Symptome vermieden werden.

Fazit

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind weit verbreitet, aber viele Frauen sprechen nicht gerne darüber. Dabei gibt es keinen Grund, sich zu schämen. Die hormonellen Veränderungen, der Druck durch das wachsende Baby und die häufig auftretende Verstopfung sind natürliche Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, von denen jede Frau betroffen sein kann.

Glücklicherweise sind Hämorrhoiden in den meisten Fällen harmlos und verschwinden nach der Geburt bei vielen Frauen von selbst wieder. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du aktiv dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und deine Lebensqualität während der Schwangerschaft zu bewahren. Und denk daran: Du bist nicht allein.

Oft gefragt

Mitarbeiterin bei joviva, Mona Zaqqa, Content Creatorin
Mona Zaqqa
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