Mit Tradition, Wissen und Mut zu neuen Produkten – für bessere Pflege- und Inkontinenzversorgung
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Aus Erfahrung werden Innovation und gelebte Menschlichkeit
Millionen Menschen leiden unter Blasenschwäche – ein Thema, das häufig verschwiegen wird, Betroffene aber oft stark beeinträchtigt. Um Betroffene im Alltag bestmöglich zu unterstützen, hat die HARTMANN GRUPPE – sie zählt zu den führenden europäischen Anbietern im Inkontinenzmanagement – innovative Produktreihen und Lösungen entwickelt, die Betroffenen Sicherheit und Lebensqualität zurückgeben sollen. Die PAUL HARTMANN AG kann auf eine über 200-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Ich habe mit Valerie Holzwarth, Senior Manager Sales Marketing bei der PAUL HARTMANN AG (zuständig für Deutschland), darüber gesprochen, wie es gelingt, Tradition und Innovation so erfolgreich miteinander zu verbinden.
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Das Interview:
Die PAUL HARTMANN AG kann auf eine beeindruckend lange Tradition zurückblicken. Wie ist sie vor über 200 Jahren entstanden?
Anfangs war noch nicht abzusehen, dass aus dem Familienunternehmen im schwäbischen Heidenheim einmal ein international führender Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten werden würde. Die Wurzeln reichen bis 1818 zurück, als Ludwig von Hartmann die Spinnerei Meebold in Heidenheim erwarb. Sein Sohn Paul Hartmann sen. erwarb 1867 die „Scheckenbleiche“ – der eigentliche Grundstein der heutigen PAUL HARTMANN AG. Mit Hilfe seines Sohnes Albert baute er den Betrieb zu einer Verbandstofffabrik aus, in der 1870 erstmals in Deutschland Watte fabrikmäßig hergestellt wurde. Die systematische Produktion von Verbandwatte begann 1873. Damit entwickelte sich der Textilbetrieb zur ältesten deutschen Verbandstofffabrik und legte die Grundlage für die heutige HARTMANN GRUPPE.
Eure Expertise umfasst vier große Segmente. Welche sind das?
Ja, die Expertise der HARTMANN GRUPPE gliedert sich in vier Segmente. Den historischen Kern bildet die Wundversorgung, die umfassende Lösungen für akute und chronische Wunden bietet. Ein weiteres zentrales Feld ist das Inkontinenzmanagement, in dem HARTMANN mit Marken wie MoliCare® einen ganzheitlichen Ansatz für Menschen mit Blasenschwäche verfolgt. Hinzu kommt das Infektionsmanagement, in dem HARTMANN kontinuierlich an Lösungen arbeitet, die medizinische Eingriffe sicherer machen und das Infektionsrisiko verringern – von Desinfektionsprodukten bis hin zu chirurgischen Instrumenten. Ergänzt wird das Portfolio durch die Komplementären Divisionen der Gruppe, zu denen Tochtergesellschaften wie Kneipp, CMC und KOB gehören.
Wenn ein Kunde ein Produkt von HARTMANN kauft – wofür steht ihr dann mit eurem Namen?
Wir haben ein Unternehmenscredo. Es lautet: „HARTMANN. Hilft. Pflegt. Schützt.“ Diese drei Dinge sind für uns zentral. Wir wollen Lösungen für medizinisches Fachpersonal bieten und die Versorgung der Patienten verbessern. Dabei spielt die Qualität unserer Produkte eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus wollen wir aber auch helfen, Prozesse zu verbessern und effiziente Lösungen zu finden, damit für Betroffene und Pflegende der Alltag einfacher wird. Bei allem, was wir tun, steht bei uns der Mensch im Mittelpunkt.
Der Markt für Pflegeprodukte und Inkontinenzartikel entwickelt sich sehr rasch weiter. Wie schafft ihr es, bereits seit so langer Zeit erfolgreich zu sein – und es auch zu bleiben?
In mehr als 200 Jahren Firmengeschichte haben wir immer wieder erlebt, wie sehr sich Märkte und Bedürfnisse verändern – und wie wichtig es ist, sich mit ihnen weiterzuentwickeln. Deshalb verlieren wir unsere Kunden nie aus dem Blick. Wir arbeiten eng mit Fachkräften aus Medizin und Pflege zusammen, um genau zu wissen, was diese Menschen beschäftigt, was angepasst oder verbessert werden muss. Das treibt uns an, immer weiter Innovationen zu entwickeln, um ein verlässlicher Partner im Gesundheitswesen zu sein. Dafür ist es unerlässlich, wirklich gute Produkte anzubieten und die Versorgungssituation optimal zu gestalten – für Betroffene, für Partner und für den Fachhandel. Durch eine enge Zusammenarbeit wollen wir stets die beste Lösung für alle Beteiligten schaffen. Am Ende geht es darum, genau zuzuhören und Lösungen zu entwickeln, die Menschen in ihrem Alltag wirklich unterstützen.
Wie genau läuft das ab?
Wir haben in Deutschland einen nationalen Außendienst, und der ist ganz nah an den Fachkräften dran, an den Personen, die in den verschiedenen Zielgruppen tätig sind. Das können Mitarbeiter beim ambulanten Pflegedienst sein, in der stationären Pflege oder im Krankenhaus. Aber auch aus der häuslichen Pflege oder aus den Sanitätshäusern holen wir uns Informationen. Dieser Austausch, der immer auf Augenhöhe stattfindet, ist uns sehr wichtig.
Wie werdet ihr auf neue Technologien aufmerksam?
Da ist es für uns wichtig, daten- und praxisgetrieben vorzugehen, einfach aufgrund der Tatsache, dass wir uns in einem hochregulierten Markt, dem Medizinproduktemarkt, bewegen. Aber wir verlieren auch hier den Kunden nie aus dem Blick. So fangen wir beispielsweise immer beim Kundenfeedback an und schauen, was den Menschen wichtig ist. Wo existieren Probleme, die gelöst werden müssen? Außerdem betreiben wir Marktforschung und laden beispielsweise medizinische Fachkräfte zu einem Austausch ein. Und natürlich arbeiten wir auch mit unseren internationalen Entwicklungsteams zusammen. All dies sind Bausteine, die dazu beitragen können, dass ein Produkt erfolgreich werden kann.
Was unterscheidet eure speziellen Inkontinenzprodukte von denen anderer Anbieter?
Was unsere Produkte von denen anderer Anbieter unterscheidet, ist zum Beispiel die MoliCare® SkinGuard®-Technologie. Dabei handelt es sich um einen von HARTMANN entwickelten Saugkern, der im Rahmen der MoliCare®-Produktreihe zum Einsatz kommt. Die MoliCare® SkinGuard®-Technologie sorgt dafür, dass Urin schneller absorbiert wird, was ein sofortiges Trockenheitsgefühl vermittelt, während eine Verteilerschicht die Flüssigkeit aufnimmt und zurückhält, um eine trockenere Oberfläche zu gewährleisten und die Hautgesundheit zu unterstützen. Dabei reguliert die MoliCare® SkinGuard®-Technologie den pH-Wert des Urins auf einen hautneutralen Wert. Die Haut bleibt im natürlichen pH-Bereich und wir helfen dadurch nachweislich etwa einer inkontinenzassoziierten Dermatitis (IAD) vorzubeugen. Die aufsaugenden MoliCare® Inkontinenzprodukte von HARTMANN werden mit passender Hautpflege kombiniert, um die Hautgesundheit von Menschen mit Inkontinenz ganzheitlich zu schützen.
Welche Rolle spielt bei euch das Thema Nachhaltigkeit?
Die Themen Umweltschutz und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sind ein wichtiger Teil unserer Unternehmensstrategie. Gerade bei Medizinprodukten müssen ökologische Anforderungen immer mit hohen Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Hygiene in Einklang gebracht werden. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, indem wir zum Beispiel auf energieeffiziente Produktionsprozesse setzen und auf erneuerbare Energien. Auch in der Logistik tun wir alles, um besonders energieeffizient zu sein. Das gelingt zum Beispiel, indem wir die Verpackungsgrößen optimieren, sodass wir mehr Produkte auf eine Palette bekommen und infolgedessen weniger LKW auf die Straße bringen müssen. Außerdem verwenden wir so viele recycelbare Materialien wie möglich, ohne dass die Produktqualität darunter leidet. Aber Medizinprodukte herzustellen, die zugleich eine hohe Qualität haben und ressourcenschonend sind – das ist oft ein Balanceakt. Er kann jedoch gelingen, indem man sich jeden Schritt sehr genau überlegt.
Auf welches Produkt seid ihr besonders stolz?
Damit wären wir wieder beim Thema Nachhaltigkeit. Ein Produkt, auf das wir gerade besonders stolz sind, ist die MoliCare® Absorbent Underwear mit X-Change Pads, die bei 60 Grad waschbar ist und daher nach dem Tragen nicht weggeworfen werden muss. Tatsächlich ist die Unterwäsche bis zu 50-mal tragbar. Darüber hinaus bietet sie für unterschiedliche Lebenssituationen einen Mehrwert.
Wie ist dieses Produkt entstanden, wie habt ihr es entwickelt?
Die MoliCare® Absorbent Underwear ist entstanden, weil wir uns im Rahmen eines Innovationsprozesses mit der Frage beschäftigt haben, wo wir noch ansetzen können und wo es an einer guten Versorgung fehlt. Tatsächlich ist es so, dass Inkontinenzprobleme oft schon deutlich früher beginnen als allgemein angenommen wird – zum Beispiel in der Schwangerschaft oder auch nach der Entbindung. Da ist eine Blasenschwäche ein häufiges Problem. Für solche Fälle wollten wir ein Produkt anbieten – und generell eben auch eines für jüngere Menschen. In diesem Zusammenhang spielte dann natürlich das Thema Mobilität eine große Rolle. Wenn jemand noch voll im Leben steht, wenn er mit Freunden unterwegs ist, wenn er Sport machen möchte und gemeinsam mit anderen in der Umkleide steht, dann ist es ihm wahrscheinlich nicht recht, dass jeder sofort bemerkt, dass er ein Inkontinenzproblem hat. Dann ist die absorbierende Unterwäsche eine gute Lösung. Sie ist schwarz, sieht wie ganz normale Unterwäsche aus und ist gleichzeitig aufsaugend. Mit einem sogenannten X-Change-Pad, das vorne in eine kleine Tasche eingelegt wird, kann die Saugleistung sogar noch einmal um 100 ml erhöht werden (Damenvariante insgesamt bis zu 149 ml, Herrenvariante insgesamt bis zu 125 ml). Damit ist die MoliCare® Absorbent Underwear für eine leichte Blasenschwäche gut geeignet. Auch als Periodenunterwäsche können die Höschen getragen werden. In Sachen Verträglichkeit ist das Produkt darüber hinaus dermatologisch getestet, ÖKO-TEX 100 zertifiziert und frei von Silberchlorid sowie anderen Bioziden, was die Intimflora schont.
Ihr habt eine eigene Academy, in der kostenfreie Online-Kurse für Fachkräfte im Gesundheitswesen angeboten werden. Warum habt ihr diese Academy ins Leben gerufen?
Ziel der HARTMANN Academy ist es, Fachkräfte an neuen Entwicklungen teilhaben zu lassen und Themen, mit denen wir uns als HARTMANN beschäftigen – also zum Beispiel die Themen Inkontinenzversorgung, Wundversorgung und Infektionsprävention – ganzheitlich zu betrachten, insbesondere aus Sicht der Fachkräfte in der Pflege. Wir wissen, dass der Zeit- und Ressourcendruck in der Pflege ein großes Problem darstellt. In diesem Zusammenhang spielt auch die Hautgesundheit eine große Rolle. Wer sich damit auskennt, kann Hautproblemen wie einer inkontinenzassoziierten Dermatitis (IAD) vorbeugen und mithilfe der richtigen Maßnahmen und durch den Einsatz der richtigen Produkte die Haut schonen und pflegen. Deshalb ist es uns wichtig, gut anwendbares Wissen mit klaren Empfehlungen und praxisnahen Beispielen weiterzugeben.
Die geschilderten medizinischen Sachverhalte sind nicht oder nur bedingt als Ratschläge oder Empfehlungen zu verstehen und ersetzen in keinem Fall den Besuch bei einem Arzt, in einem Sanitätshaus oder die eigene sorgfältige Recherche. Für die Inhalte verlinkter Internetseiten sind ausschließlich die jeweiligen Betreiber bzw. Verfasser verantwortlich. Veröffentlichte Bilder stellen das Eigentum des Verfassers dar. Zwecks optimierter Lesbarkeit wird in der Regel die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist dabei selbstverständlich – wenn sinnvoll – eingeschlossen.



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