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Lappenplastik: Verfahren, Heilungsdauer & Anwendung

Aktualisiert am 16.03.2026 |
12 Min. Lesezeit
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Einleitung

Es gibt viele Situationen, die eine Lappenplastik notwendig machen können. So wird sie beispielsweise eingesetzt, wenn ein Gewebedefekt zu tief, zu groß oder zu schlecht durchblutet ist, um ihn durch einfachere Methoden wie eine Naht oder eine Hauttransplantation zu versorgen. Typische Anwendungsfälle sind rekonstruktive Eingriffe nach Tumorentfernungen, die Versorgung schwerer Unfallverletzungen mit freiliegenden Knochen oder Sehnen sowie die Behandlung tiefer Verbrennungswunden und chronischer Druckgeschwüre. Erfahre hier, welche Arten der Lappenplastik es gibt, welche Risiken bestehen, mit welcher Heilungsdauer du rechnen musst und vieles mehr.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Lappenplastik ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem körpereigenes Gewebe – bestehend aus Haut, Unterhautfettgewebe, Muskeln, Faszien und/oder Knochen – unter Erhalt oder Mitnahme seiner Blutversorgung von einer Körperstelle (Heberegion) entnommen und zur Deckung oder Rekonstruktion eines Defekts an einer anderen Stelle übertragen wird.

  • Es wird unterschieden zwischen gestielten Lappen (bleiben mit dem Ursprung verbunden) und freien Lappen (vollständige Trennung mit mikrochirurgischem Gefäßanschluss am Empfängerort).

  • Lappenplastiken sind ein wichtiges Verfahren der plastischen Chirurgie, um tiefgreifende, chronische Wunden (beispielsweise Dekubitus, diabetischer Fuß) abzudecken, die nicht mehr von selbst heilen.

  • Ist eine Dekubitusprophylaxe (umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Druckgeschwüren) fehlgeschlagen, so führt dies zum Entstehen von Druckgeschwüren. Ein Dekubitus Grad 1 (persistierende Hautrötung bei intakter Haut) wird in der Regel nicht mit einer Lappenplastik behandelt. Dies gilt auch für einen Dekubitus Grad 2. Bei Dekubitus Grad 3 und Dekubitus Grad 4 (tiefe Gewebe-, Muskel- oder Knochendefekte) ist jedoch oft eine chirurgische Intervention nötig, da konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Eine Lappenplastik wird dann häufig zur Deckung des Defekts eingesetzt.

  • Die Kombination aus VAC-Therapie (Vakuumversiegelungstherapie) und Lappenplastik ist ein hocheffektives, zweistufiges Verfahren zur Behandlung komplexer Wunden. Die VAC-Therapie bereitet das Wundbett durch Reinigung, Keimreduktion und Förderung von Granulationsgewebe vor, bevor ein plastischer Chirurg den Defekt dauerhaft mittels Lappenplastik verschließt. Dies verbessert die Heilungsrate und senkt das Komplikationsrisiko.

Übersicht: Was ist eine Lappenplastik?

Eine Lappenplastik ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem Gewebe – bestehend aus Haut, Unterhautfettgewebe und gegebenenfalls Muskel oder Knochenmit intakter oder wiederhergestellter Blutversorgung von einer Körperstelle entnommen und zur Abdeckung eines Defekts an einer anderen Stelle verwendet wird. 

Unterschied freie Lappenplastik und gestielte Lappenplastik

Im Gegensatz zur freien Hauttransplantation bleibt der sogenannte Lappen entweder durch einen Gewebestiel mit dem Entnahmeort verbunden (gestielter Lappen) oder wird vollständig abgetrennt und mikrochirurgisch am Empfängerort wieder angeschlossen (freier Lappen). Dieses Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn größere Gewebedefekte – etwa nach Tumoroperationen, schweren Verletzungen oder Verbrennungen – nicht durch einfachere Methoden verschlossen werden können. Ziel ist es, funktionell und ästhetisch möglichst gute Ergebnisse zu erzielen und die Wundheilung zu fördern.

 

Schwenklappenplastik

Eine Schwenklappenplastik ist eine spezielle Form der Lappenplastik, bei der ein gestielter Gewebelappen um einen fixen Drehpunkt geschwenkt wird, um einen benachbarten Defekt zu decken. Der Lappen bleibt dabei über seinen Stiel – und damit seine Blutversorgung – mit dem Entnahmeort verbunden und wird seitlich in den Defekt eingeschwenkt. Eine Schwenklappenplastik wird häufig bei kleineren bis mittelgroßen Hautdefekten eingesetzt, beispielsweise nach Tumorentfernungen in der Haut oder bei der Rekonstruktionschirurgie.

 

Verschiebelappenplastik

Eine Verschiebelappenplastik ist ein Verfahren, bei dem ein Gewebelappen durch geradlinige Verschiebung in einen direkt angrenzenden Defekt vorgeschoben wird, ohne dabei geschwenkt oder gedreht zu werden. Der Lappen bleibt über seinen Stiel mit der Blutversorgung verbunden und wird durch Mobilisierung des umliegenden Gewebes in den Defekt hineingezogen. Zum Einsatz kommt die Schwenklappenplastik vor allem bei oberflächlichen Hautdefekten, die sich nicht direkt verschließen lassen, beispielsweise nach der Entfernung von Hauttumoren, bei chronischen Wunden oder nach Unfallverletzungen – besonders an Körperstellen, wo ausreichend verschiebliches Gewebe in der Umgebung vorhanden ist.

 

Dehnungsplastik

Eine Dehnungsplastik ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die natürliche Elastizität der Haut genutzt wird, um einen Gewebedefekt zu verschließen. Dabei wird das umliegende Gewebe durch Schnitte und Unterminierung (Ablösung der Wundränder von der darunterliegenden Gewebeschicht) mobilisiert und gedehnt, sodass die Wundränder ohne übermäßige Spannung aneinander gezogen und vernäht werden können. Manchmal werden ergänzende Entspannungsschnitte gesetzt, um die Spannung auf das Gewebe zu verteilen. Die Dehnungsplastik kommt vor allem bei kleineren bis mittelgroßen Defekten zum Einsatz, wo genügend elastisches Nachbargewebe vorhanden ist – etwa nach Tumorentfernungen oder kleineren Gewebeverlusten an Rumpf oder Extremitäten. Sie gilt als das einfachste rekonstruktive Verfahren und wird daher, wenn möglich, anderen aufwändigeren Lappenplastiken vorgezogen.

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Anwendungsbereiche der Lappenplastik

Die Lappenplastik kommt überall dort zum Einsatz, wo ein einfacher Wundverschluss oder eine Hauttransplantation nicht ausreicht, um die betroffene Stelle zu verschließen. In folgenden Körperbereichen findet eine Lappenplastik am häufigsten Anwendung:

  • Kopf & Hals (Gesicht, Mundboden, Kiefer, Hals)

  • Brust (Brustrekonstruktion nach Mastektomie)

  • Sakral-/Gesäßregion (Dekubitus)

  • Untere Extremität (Unterschenkel, Fuß)

  • Hand & Finger

  • Abdomen/Beckenboden (nach Tumorentfernungen)

Bilder einer Hauttransplantation zeigen oft ein ästhetisch weniger ansprechendes Ergebnis, da Hauttransplantation häufig zu einer Dellenbildung (Atrophie) führen kann und die Hautfarbe/-textur nur selten perfekt zur Umgebung passt. Lappenplastiken bieten meist das bessere kosmetische Ergebnis, da Haut aus der Nachbarschaft mit ähnlicher Farbe und Dicke verwendet wird. Lappenplastiken können jedoch anfänglich durch geschwollene Narben auffälliger sein.

Lappenplastik im Gesicht

Die Lappenplastik ist ein bewährtes rekonstruktives Verfahren in der Gesichtschirurgie, das zur Deckung von Gewebedefekten eingesetzt wird, entstanden etwa durch Tumorresektionen, Traumata oder Verbrennungen. Dies ist eine Übersicht der häufigsten Lappenplastiken im Gesicht:

Stirnlappen

Die Stirnlappenplastik (insbesondere der paramediane Stirnlappen) gilt als der Goldstandard in der plastischen Gesichtschirurgie, wenn große Gewebedefekte im Nasenbereich rekonstruiert werden müssen. Die Stirnlappenplastik kommt zum Einsatz, wenn Hautdefekte zu groß, zu tief oder zu komplex für einfachere Methoden wie Hauttransplantate oder kleinere lokale Lappenplastiken sind.

Nasolabialfalten-Lappen

Der Nasolabialfalten-Lappen wird vor allem zur Rekonstruktion kleiner bis mittelgroßer Defekte der Nasenflügel, Nasenspitze und des Nasenstegs eingesetzt, eignet sich aber auch für Defekte der Oberlippe und der angrenzenden Wange. Er ist besonders wertvoll, weil die Haut der Nasolabialfalte in Farbe und Textur gut zur Nasenumgebung passt und die entstehende Narbe in der ohnehin vorhandenen Falte gut kaschiert wird. Eine typische Indikation sind Defekte nach Basalzellkarzinom-Entfernung am Nasenflügel.

 

Bilobed-Lappen (zweilappiger Schwenklappen)

Der Bilobed-Lappen wird bei kleinen bis mittelgroßen Defekten der Nasenspitze und des Nasenflügels eingesetzt (typischerweise bis etwa 1,5 cm Durchmesser), meist nach einer Basalzellkarzinom-Entfernung. Er ist ideal, wenn die verbleibende lokale Haut zu wenig Mobilität für einen einfachen Verschluss bietet – die zweite Lappenkomponente ermöglicht den spannungsfreien Verschluss des Hebedefekts.

 

Limberg-/Rhomboid-Lappen

Der Limberg-/Rhomboid-Lappen eignet sich für kleine bis mittelgroße, annähernd rautenförmige Defekte mit guter Hautverschieblichkeit in der Umgebung. Im Gesicht wird er vor allem an Wange, Schläfe, Nase und Stirn eingesetzt, typischerweise nach der Entfernung eines Basalzellkarzinoms. Der Vorteil liegt in der geometrisch präzisen Planung und der gleichmäßigen Verteilung der Gewebespannung.

 

Rotationslappen

Der Rotationslappen wird bei größeren Defekten eingesetzt, dort, wo lokale Lappen nicht ausreichen. Im Gesicht kommt er vor allem bei Defekten der Wange und der Schläfenregion zum Einsatz, typischerweise nach ausgedehnten Tumorentfernungen. Er nutzt einen großen, bogenförmig geschwenkten Hautlappen aus der Nachbarschaft und eignet sich besonders dort, wo genügend verschiebliche Haut in der Umgebung vorhanden ist.

 

Abbe- / Estlander-Lappen

Der Abbe-Lappen wird zur Rekonstruktion von Defekten der Ober- oder Unterlippe eingesetzt, wenn mehr als ein Drittel der Lippe fehlt. Der Chirurg entnimmt Gewebe aus der gegenüberliegenden Lippe und überträgt es als gestielter Lappen. Der Stiel wird erst in einem zweiten Eingriff durchtrennt. Der Estlander-Lappen wird ebenfalls aus der gegenüberliegenden Lippe entnommen und speziell bei Defekten im Lippenwinkel eingesetzt, jedoch als einzeitiges Verfahren ohne notwendige Stieldurchtrennung. Häufigste Indikation für beide Verfahren ist die Rekonstruktion nach einer Lippenkarzinom-Entfernung.

 

Tenzel-Lappen

Der Tenzel-Lappen wird zur Rekonstruktion von Defekten des Unterlids eingesetzt, wenn bis zu zwei Drittel des Lidrandes fehlen, typischerweise nach Basalzellkarzinom-Entfernungen am Unterlid.

 

Radialislappen

Der Radialislappen (freier Unterarmlappen) wird bei großen, tiefen Defekten eingesetzt, die mit lokalen Lappen nicht mehr gedeckt werden können. Im Gesicht und Mund-Kiefer-Bereich ist er der Standardlappen für Mundboden, Zunge und Wangenrekonstruktion nach ausgedehnten Tumorresektionen. Seine Vorteile sind die dünne, gut formbare Haut, die zuverlässige Gefäßanatomie und der lange Gefäßstiel.

 

ALT-Lappen

Der ALT-Lappen (Anterolateraler Oberschenkellappen) wird bei ausgedehnten, voluminösen Defekten eingesetzt, wo mehr Gewebevolumen benötigt wird, als der Radialislappen bieten kann. In Gesicht und Halsbereich kommt er vor allem bei großen Wangen-, Mundboden- oder Zungendefekten sowie nach ausgedehnten Unterkieferresektionen zum Einsatz.

Hautlappenplastik

Eine Hautlappenplastik ist eine Lappenplastik, bei der ausschließlich oder vorwiegend Haut und Subkutangewebe verlagert werden – ohne Muskeln oder Faszien als tragende Schicht. Die Blutversorgung erfolgt über den subdermalen Gefäßplexus (Zufallsmusterlappen) oder über ein definiertes Gefäß.

 

Die Hautlappenplastik wird in erster Linie im Gesicht eingesetzt, da hier oberflächliche Defekte überwiegen und die lokale Haut in Farbe, Textur und Dicke optimal passt. Typische Anlässe sind Defekte nach Hauttumorresektionen (zum Beispiel Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom). Auch an Händen und anderen körpernahen Arealen mit guter Hautverschieblichkeit kommt die Hautlappenplastik zum Einsatz – überall dort, wo der Defekt oberflächlich ist und kein tieferer Gewebeersatz benötigt wird.

DIEP-Lappenplastik: Technik und Vorteil

Technik

Die DIEP-Lappenplastik (Deep Inferior Epigastric Perforator) ist eine mikrochirurgische Rekonstruktionstechnik, die vor allem nach einer Mastektomie (operative, meist vollständige Entfernung des Brustdrüsengewebes bei Frauen oder Männern) zur Wiederherstellung der Brust eingesetzt wird. Dabei wird Haut- und Fettgewebe aus dem Unterbauch entnommen, wobei die versorgenden Blutgefäße sorgfältig präpariert und erhalten werden. Das entnommene Gewebe wird anschließend an die Brustwand transplantiert und mithilfe mikrochirurgischer Techniken an lokale Gefäße angeschlossen, um die Durchblutung sicherzustellen. Die DIEP-Lappenplastik gilt als anspruchsvolle, aber äußerst gewebeschonende Methode.

Vorteile

Der größte Vorteil der DIEP-Lappenplastik liegt in der Muskelschonung, da der Bauchmuskel vollständig erhalten bleibt und die körperliche Leistungsfähigkeit des Betroffenen kaum beeinträchtigt wird. Da eigenes Körpergewebe verwendet wird, wirkt die rekonstruierte Brust natürlich im Aussehen und fühlt sich auch so an. Zudem passt sie sich im Laufe der Zeit dem restlichen Körper an – etwa bei Gewichtsschwankungen. Das Risiko einer Abstoßungsreaktion entfällt, da kein Fremdmaterial wie Implantate eingesetzt wird. Zudem profitieren viele Betroffene von einem positiven Nebeneffekt: Durch die Gewebeentnahme am Unterbauch entsteht eine Art „Bauchdeckenstraffung“. Insgesamt ermöglicht diese Methode langlebige und ästhetisch überzeugende Ergebnisse.

Heilungsdauer bei Lappenplastiken

Die Heilungsdauer bei Lappenplastiken hängt vom Verfahren, der Lokalisation und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Im Allgemeinen lässt sich jedoch folgendes sagen:

 

Stationärer Aufenthalt

Bei einer gestielten Lappenplastik beläuft sich der stationäre Aufenthalt meist auf circa fünf bis vierzehn Tagen. Bei freien Lappenplastiken (zum Beispiel DIEP-Lappenplastik) musst du häufig mehr Zeit einplanen. Dann sind es in der Regel zehn bis vierzehn Tage oder auch länger.

 

Äußere Wundheilung

Die Wunde selbst ist in der Regel nach etwa zwei bis vier Wochen oberflächlich verschlossen. Fäden werden meist nach zehn bis vierzehn Tagen entfernt.

 

Vollständige Erholung

Bis zur vollständigen Erholung dauert es bei einer gestielten Lappenplastik durchschnittlich vier bis sechs Wochen, bei einer freien Lappenplastik sechs bis zwölf Wochen. Die vollständige Reifung der Narben dauert in der Regel zwölf bis vierundzwanzig Monate. Auch hier können die angegebenen Zeiten variieren und je nach Einzelfall unterschiedlich sein.

 

Faktoren, die die Heilungsdauer beeinflussen:

  • Größe und Lokalisation des Defekts

  • Grunderkrankungen (etwa Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen)

  • Alter und Allgemeinzustand des Patienten

  • vorhandene Begleiterkrankungen

  • etwaige Komplikationen wie Wundheilungsstörungen oder Lappennekrosen (Absterben von Gewebeteilen)

  • ob eine Strahlentherapie stattgefunden hat oder geplant ist

 

Wichtig: Körperliche Schonung sowie das Vermeiden von Zug auf der Wunde sind in den ersten Wochen entscheidend für eine komplikationslose Heilung. Physiotherapie kann je nach Lokalisation die Erholung unterstützen.

Risiken und Komplikationen

Eine Lappenplastik ist ein komplexer rekonstruktiver chirurgischer Eingriff, der eine Vielzahl an Risiken birgt und einige Komplikationen nach sich ziehen kann. Zu den häufigsten und unmittelbarsten Risiken zählen Durchblutungsstörungen des transplantierten Lappens. Da die Blutversorgung des Lappens beeinträchtigt sein kann oder neu etabliert werden muss, kann es zu einer unzureichenden arteriellen Durchblutung oder zu  einem venösen Rückstau kommen, was im schlimmsten Fall zum partiellen oder vollständigen Absterben des Gewebes (Lappennekrose) führen kann. Besonders bei freien Lappenplastiken, bei denen Gefäße mikrochirurgisch anastomosiert werden, besteht dieses Risiko in erhöhtem Maße.

 

Weitere mögliche Komplikationen

Darüber hinaus sind Wundheilungsstörungen und Infektionen relevante Komplikationen. Bakterielle Infektionen können sowohl an der Empfängerstelle als auch an der Entnahmestelle (Hebedefekt) auftreten und den Heilungsverlauf erheblich verzögern oder sogar eine erneute Operation erforderlich machen. Auch Wunddehiszenzen (das Auseinanderweichen oder Aufplatzen der Wundränder) sind möglich.

An der Entnahmestelle selbst können ebenfalls Probleme entstehen: Narbenwucherungen, Sensibilitätsstörungen, Funktionseinschränkungen – etwa wenn Muskelgewebe entnommen wurde – oder ästhetisch störende Veränderungen des Körperbildes sind mögliche Folgen, die Patienten langfristig belasten können.

 

Bedeutung von Vorerkrankungen

Allgemeine Operationsrisiken wie Blutungen, Hämatome, Serome (Flüssigkeitsansammlungen) sowie Thrombosen und Embolien durch die oft langwierigen Eingriffe in Narkose spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen oder Nikotinsucht haben ein deutlich erhöhtes Komplikationsrisiko mit, da diese Vorerkrankungen die Mikrozirkulation und die Wundheilung negativ beeinflussen.

 

Weitere Einschränkungen sind nicht ausgeschlossen

Schließlich sind auch funktionelle und sensomotorische Einschränkungen zu bedenken: Je nach Lokalisation und Art des Lappens können Taubheitsgefühle, Schmerzen oder motorische Defizite sowohl an der Hebestelle als auch im Bereich der Rekonstruktion verbleiben. Zudem ist eine langwierige Rehabilitationsphase mit mehreren Revisionsoperationen keine Seltenheit.

 

Professionelle Beratung und Aufklärung unerlässlich

Insgesamt ist die Lappenplastik ein anspruchsvolles Verfahren, dessen Risiken sorgfältig gegen den zu erwartenden Nutzen abgewogen werden müssen – eine ausführliche präoperative Aufklärung durch einen erfahrenen Chirurgen ist daher unerlässlich.

Fazit

Die Lappenplastik gehört zu den etablierten und weltweit häufig eingesetzten Verfahren in der rekonstruktiven Chirurgie, bei dem körpereigenes Gewebe genutzt wird, um Defekte – etwa nach Tumorentfernungen – funktionell und ästhetisch wiederherzustellen. Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch eine Lappenplastik Risiken wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen, Lappennekrose oder Narbenbildung. Diese Risiken lassen sich jedoch durch sorgfältige Planung und die Wahl erfahrener Chirurgen deutlich minimieren. Durch die Verwendung körpereigenen Gewebes überzeugt die Lappenplastik durch eine in der Regel gute Gewebeverträglichkeit sowie natürliche Ästhetik. Selbst ausgedehnte Defekte können durch eine Lappenplastik in vielen Fällen mit guten funktionellen und kosmetischen Ergebnissen versorgt werden – für Betroffene oft ein echter Gewinn an Lebensqualität.

Oft gefragt

Mitarbeiterin bei joviva, Karin Pütz, Content Writerin
Karin Pütz
Medical Writerin
Autor

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