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Narbenbildung & ihre Ursachen verstehen

Aktualisiert am 20.02.2026 |
6 Min. Lesezeit
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Einleitung

Narbenbildung ist ein ganz natürlicher Prozess, der jedem passieren kann – ob nach einer OP, einer Verletzung oder einer ausgeheilten Akne. Du erfährst hier, wie Narben entstehen, warum sie sich manchmal hart, rot oder schmerzhaft anfühlen und wie du sie gut pflegen und behandeln kannst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Narben entstehen, wenn tiefe Hautschichten verletzt sind und sich mit Narbengewebe schließen, anstatt wie gesunde Haut auszusehen.

  • Frische Narben sind oft rot, können jucken, spannen oder schmerzen – das ist normal, aber starke Rötung oder Schwellungen brauchen ärztliche Abklärung.

  • Wenn du eine Narbe hast, die sich stark verändert, das Gewebe hart anschwillt, sehr schmerzhaft ist oder sich entzündet anfühlt, geh bitte unbedingt zu einem Arzt.

  • Narben können sich mit der Zeit verbessern, aber was du selbst tun kannst, hängt von der Art der Narbe ab – auch hier ist ein Arzt die sicherste und beste Adresse.

Was ist Narbenbildung?

Narbenbildung ist ein Teil davon, wie deine Haut sich selbst heilt, wenn sie tiefer verletzt wurde – zum Beispiel durch einen Schnitt, eine OP, eine Brandwunde oder eine andere Verletzung. Deine Haut versucht, das beschädigte Gewebe zu reparieren, kann aber nicht exakt wie vorher aussehen. Stattdessen bildet sie festes Bindegewebe, das wir als Narbengewebe sehen.

Dieses Narbengewebe ist meist nicht so elastisch wie gesunde Haut, fühlt sich oft fester an und kann sich über Monate bis Jahre verändern. Manche Narben werden mit der Zeit kaum mehr sichtbar, andere bleiben etwas auffälliger oder fühlen sich dauerhaft gespannt an.

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Häufige Ursachen für Narbenbildung

Jede tiefe Verletzung, die bis in die unteren Hautschichten geht, kann zu einer Narbe führen – zum Beispiel Schnitte, Schürfwunden, chirurgische Eingriffe, Verbrennungen, schlecht behandelte Akne oder auch Bisswunden bzw. Einstichwunden. Je größer und tiefer die Wunde, desto höher ist normalerweise die Chance, dass eine Narbe bleibt.

Auch dein Körpertyp spielt eine Rolle: Genetik, Hauttyp, Alter und bestimmte Vorerkrankungen (z. B. Diabetes) können die Narbenbildung beeinflussen. Wer Narbenbildung verhindern möchte, kann mit guter Pflege der Wunde und Vermeidung von unnötigem Zug auf diese viel bewirken.

Wichtig: Wenn du Angst hast, dass sich Narben bilden könnten, spreche das am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab. Du kannst einiges tun, um Narbenbildung zu verringern – aber Hausmittel oder Selbstversuche ohne ärztlichen Rat können zu Narbenwucherungen führen.

Arten von Narben

Narben sehen nicht alle gleich aus – einige sind flach und blass, andere erhaben oder eingesunken. Das hängt von Art, Tiefe und Heilungsverlauf der Verletzung ab, und je nachdem, wie die Haut geheilt ist, entsteht ein bestimmter Narbentyp.

Atrophe Narben

Atrophe Narben sehen eingesunken aus: Die Haut „hängt“ leicht ein, weil bei der Heilung nicht genug Gewebe neu gebildet wurde. Oft sind sie rundlich und flach, entstehen häufig nach tiefer Akne oder auch nach tiefen Verletzungen und sind meist deutlich blasser oder dunkler als die umliegende Haut.

Hypertrophe Narben und Keloide

Hypertrophe Narben wachsen erhaben, aber innerhalb der alten Wundränder. Sie fühlen sich hart an, sind oft rot und können jucken oder schmerzen. Sie treten vor allem an Brust, Schultern, Rücken oder am Hals häufiger auf.

Keloide sind eine besonders starke Form: Hier wächst das Narbengewebe weit über die ursprüngliche Wunde hinaus und verdrängt gesunde Haut. Sie sind oft hart, glänzend und können sich mit der Zeit sogar weiter ausdehnen.

Wichtig: Wenn deine Narbe immer größer, auffälliger rot, hart oder schmerzhaft wird oder sich sichtbar aus der ursprünglichen Wunde hinausarbeitet, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das kann eine Narbenwucherung oder einen Keloid sein, der besser früh behandelt werden sollte.

Narbenkontrakturen

Narbenkontrakturen spannen sich stark zusammen und können die Beweglichkeit einschränken, zum Beispiel an Gelenken oder im Gesicht. Sie entstehen oft nach großen Verbrennungen oder Flächenverletzungen und ziehen die Haut eng zusammen. In solchen Fällen ist eine spezielle medizinische Behandlung meist wichtig, damit du dich wieder gut bewegen kannst.

Wichtig: Sehr feste, ziehende Narben, die das Bewegen schmerzhaft oder schwer machen, sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Du solltest nicht selbst versuchen, das Narbengewebe zu „lockern“ oder zu behandeln.

Narbengewebe: Eigenschaften und Herausforderungen

Narbengewebe: Eigenschaften und Herausforderungen

Narbengewebe funktioniert anders als gesunde Haut: Es fehlen Haare, Drüsen und elastische Fasern, deshalb ist es meist fester, weniger dehnbar und empfindlicher gegen Sonne oder Reibung. Es kann sich anfühlen, als würde die Haut dort „nicht mehr ganz normal“ funktionieren.

Viele Menschen spüren an der Narbe Spannung, Juckreiz oder Schmerzen, besonders wenn die Narbe neu ist oder sie sich bewegen. Im Laufe der Zeit wird die Narbe meist weicher und weniger empfindlich, aber Narbengewebe bleibt weiterhin anders als gesunde Haut.

Wann fängt man mit der Narbenpflege an?

Die Pflege beginnt erst, wenn die Wunde wirklich geschlossen ist – also keine offene Stelle, Kruste oder nässende Stelle mehr da ist. Bei einer OP-Narbe startest du meist erst, wenn der Arzt das „Ok“ gibt, z.B. nachdem Fäden entfernt wurden oder die Nähte verheilt sind.

Je früher du mit der richtigen Pflege beginnst (z. B. mit Silikoncremes, -pflastern oder speziellen Narbencremes), desto besser kann die Narbe verheilen und unauffälliger werden. Wie lange Narben rot bleiben, ist sehr unterschiedlich: Bei manchen lassen Rötung und Schwellung nach einigen Wochen nach, bei anderen kann es Monate dauern, bis die Narbe blasser wird.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Narbenpflege nach einer OP ist die Narbenkompressionstherapie. Dabei trägst du spezielle Kompressionskleidung oder -bandagen, die einen sanften, gleichmäßigen Druck auf die Narbe ausüben. Durch diesen flächigen Druck ersetzt die Therapie einen Teil der natürlichen Hautspannung, die nach einer OP oder Verbrennung oft fehlt. So wird die Narbe „in Form“ gehalten, und das Risiko für wulstige oder wuchernde Narben (z. B. hypertrophe Narben oder Keloide) sinkt deutlich.

Wichtig: Lass dich am besten vom Arzt oder der Apotheke beraten, wann und mit welcher Pflege du beginnen kannst. Du solltest nichts an der Narbe reiben oder pulen, bevor die Heilung abgeschlossen ist.

Kann Narbengewebe Schmerzen verursachen?

 Narbengewebe kann durchaus Schmerzen verursachen, insbesondere, wenn es sich verhärtet, sich verzieht oder sensible Nerven gereizt werden. Die Schmerzen können sich als dumpfes Ziehen, schmerzhafte Missempfindungen oder auch als „ausstrahlende“ Schmerzen bemerkbar machen.

Wenn die Narbe zusätzlich rot, heiß, dick angeschwollen oder sehr empfindlich ist, kann das auf eine Entzündung oder sogar eine Infektion hinweisen. Und wenn du eine „harte Schwellung unter der Narbe“ bemerkst, ist ein Arztbesuch sehr wichtig, um eine tiefe Entzündung oder eine Narbenwucherung sicher auszuschließen.

Narben wegbekommen: Was ist möglich?

 Echt „weg“ bekommen kann man Narben meist nicht, aber sie lassen sich oft deutlich verbessern. Ziel ist, dass sie blasser, flacher und weniger spannend oder schmerzhaft sind – und das gelingt vielen Menschen mit der richtigen Pflege und gegebenenfalls Behandlungen.

Je nach Narbentyp helfen verschiedene Methoden: Silikonprodukte, Cremes, Druckverbände und Narbenkompressionstherapie, Lasertherapien, Injektionen oder spezielle Peelings können dazu beitragen, Narben zu behandeln. Bei starken Narbenwucherungen, Keloide oder Kontrakturen kann eine OP oder eine Strahlentherapie sinnvoll sein.

Gerade bei größeren Narben, Verbrennungsnarben oder Narbenwucherungen spielt die Narbenkompressionstherapie eine wichtige Rolle. Spezielle maßangefertigte Kompressionskleidung übt dauerhaft einen leichten Druck aus und hilft, dass das Narbengewebe flacher, weicher und gleichmäßiger wird. Damit die Therapie wirkt, musst du meist sehr konsequent sein: häufig wird empfohlen, die Kompressionskleidung fast rund um die Uhr zu tragen – je nach Tiefe und Größe der Narbe etwa über 12 bis 36 Monate, bei schweren Verbrennungen manchmal sogar länger.

Wichtig: Wenn du Schmerzen hast, die von der Narbe ausstrahlen, eine Narbenwucherung oder eine auffällige Schwellung, solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren. Narbengewebe zu entfernen oder zu behandeln, solltest du nicht allein zu Hause versuchen – der Arzt zeigt dir, was sicher und sinnvoll ist.

Fazit

Narbenbildung ist ein ganz normaler Prozess, wenn tiefe Hautschichten verletzt sind. Du kannst viel dafür tun, dass deine Narben möglichst unauffällig und angenehm verheilen – aber nicht jede Narbe wird komplett unsichtbar.

Wichtig ist, Narben mit Beschwerden, starken Veränderungen, einer harten Schwellung unter der Narbe oder Entzündungszeichen ärztlich abklären zu lassen. Du schützt dich damit davor, dass du selbst etwas falsch machst – und hast die Sicherheit, dass du die beste, individuelle Behandlung bekommst.

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