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Lymphdrainage in der Schwangerschaft: Vorteile & Risiken

Aktualisiert am 16.03.2026 |
10 Min. Lesezeit
Geprüft von:SIGVARIS GROUP

Einleitung

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft kommen häufig vor. Sie entstehen in der Regel, weil hormonelle Veränderungen die Blutgefäße durchlässiger machen, das Blutvolumen zunimmt und die wachsende Gebärmutter den Blutfluss aus den Beinen behindert. Meist sind Beine und Füße von den Wassereinlagerungen betroffen. In solchen Fällen kann eine Lymphdrainage hilfreich sein. Sie ist in der Regel ab dem vierten Monat (beziehungsweise ab der 13. bis 17. Schwangerschaftswoche) möglich. Doch Vorsicht: Eine Lymphdrainage in der Schwangerschaft sollte ausschließlich nach Absprache mit dem Gynäkologen und nur mit angepassten Techniken stattfinden. Erfahre hier alles über Vorteile, Risiken und Kontraindikationen einer Lymphdrainage in der Schwangerschaft:

Das Wichtigste in Kürze
  • Bei dem Begriff „Lymphdrainage“ handelt es sich um den Oberbegriff für eine Entstauungstherapie, während eine „Manuelle Lymphdrainage“ (MLD) die spezifische, von Hand ausgeführte Form ist. Sie ist zudem die häufigste und in der Regel effektivste Art der Entstauungstherapie. Mithilfe sanfter, rhythmischer Griffe wird der Lymphfluss angeregt.

  • Eine Lymphdrainage in der Schwangerschaft kann viele positive Effekte haben. So kann sie unter anderem dazu beitragen, Wassereinlagerungen loszuwerden sowie Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Auch bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft kann sie hilfreich sein.

  • Bei einer akuten Thrombose in der Schwangerschaft ist eine Lymphdrainage hingegen kontraindiziert (gefährlich) und sollte unbedingt vermieden werden. Es besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel lösen und eine lebensgefährliche Lungenembolie verursacht wird.

  • Du leidest an Schwangerschaftsdiabetes? Dann ist eine Lymphdrainage in der Regel gut geeignet, um typische Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen zu lindern, den Lymphfluss anzuregen und Schwellungen zu reduzieren. Wichtig ist jedoch die vorherige Rücksprache mit dem Arzt und gegebenenfalls eine angepasste Technik.

Warum Lymphdrainage in der Schwangerschaft?

Lymphdrainage in der Schwangerschaft kann in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein. So hilft sie oft, die durch hormonelle Umstellungen verursachten Wassereinlagerungen abzutransportieren, hat darüber hinaus aber meist noch weitere positive Effekte. Folgende gehören dazu:

  • Eine Lymphdrainage kann Schmerzen, die durch die Wassereinlagerungen verursacht werden, oft lindern und so dein Wohlbefinden verbessern.

  • Sie wirkt entspannend.

  • Sie verbessert die Blutzirkulation.

  • Sie kann dazu beitragen, ödematöse Cellulite (eine durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe verursachte Form der Orangenhaut) zu reduzieren.

 

Unbedingt beachten: Nicht für jede Schwangere ist eine Lymphdrainage empfehlenswert! Außerdem kommt sie meist erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat in Frage. Vor einer Lymphdrainage solltest du immer zunächst Rücksprache mit deinem Arzt halten. Und natürlich ist es wichtig, dass die Lymphdrainage von erfahrenen und geschulten Physiotherapeuten durchgeführt wird. Eine tiefe Bauch- und Beckenmassage hingegen sollte besser vermieden werden, um den Fötus nicht zu gefährden und keine vorzeitigen Wehen zu provozieren!

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Ursachen von Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Besonders häufig treten sie ab dem dritten Trimester auf. Vielleicht fragst du dich nun: Woher kommt das Wasser in den Beinen? – Die mit der Schwangerschaft einhergehenden hormonellen Veränderungen gehören zu den Ursachen. Doch neben den Hormonen in der Schwangerschaft kommen meist weitere Ursachen hinzu. Hier eine Übersicht der wichtigsten:

Hormonelle Veränderungen

Wassereinlagerungen entstehen unter anderem durch das Zusammenspiel der Hormone Progesteron und Östrogen in der Schwangerschaft. Das Progesteron entspannt die Muskeln und erweitert die Blutgefäße, während das Östrogen die Durchlässigkeit der Gefäße erhöht. In der Kombination führt dies dazu, dass Flüssigkeit ins Gewebe austreten kann.

Ein hormonelles Ungleichgewicht, insbesondere eine Östrogendominanz im Verhältnis zum Progesteron, begünstigt Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft stark.

Erhöhtes Blutvolumen

Der Körper bildet mehr Blut, um Plazenta und Fötus zu versorgen. Das Blutvolumen steigt um bis zu 40–50 Prozent, was den Druck in den Gefäßen erhöht, besonders in den Beinvenen.

Anatomischer Druck

Die wachsende Gebärmutter und das Gewicht des Fötus drücken auf die Beckenvenen, wodurch der Rückfluss des Blutes zum Herzen verlangsamt wird. Dies ist besonders im dritten Trimester der Schwangerschaft der Fall.

Wärme

Herrschen hohe Temperaturen, so erweitern sich die Gefäße weiter, was den Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe begünstigt.

 

Auch gut zu wissen: Oft verstärken sich Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft abends. In einigen, leichteren Fällen können schon Maßnahmen wie das Hochlagern der Beine, leichte Bewegung, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und viel Trinken eine gewisse Linderung der Symptome bringen.

 

Übrigens: Eine Schwangerschaft ist einer der häufigsten Auslöser für die Erstmanifestation oder Verschlechterung eines Lipödems. Bist du unsicher, ob du an Wassereinlagerungen oder einem Lipödem leidest? - Es gibt klare Unterscheidungsmerkmale. Schwangerschaftsödeme (Wassereinlagerungen) betreffen oft beide Beine, auch Füße und Knöchel. Ein Lipödem hingegen ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die primär symmetrisch an Hüften, Gesäß, Beinen (Oberschenkel/Unterschenkel) und Armen auftritt. Füße und Hände bleiben typischerweise frei. Ein Lipödem ist meist schmerzhaft und bleibt nach der Schwangerschaft bestehen. Wassereinlagerungen hingegen sind zwar oft druckempfindlich, aber nicht sehr schmerzhaft. Im Laufe der ersten zwei Wochen nach der Geburt verschwinden sie meist vollständig.

 

Ebenfalls interessant: Ist ein Lipödem vererbbar? – Ja, ein Lipödem hat eine starke genetische Komponente, was sich in der familiären Häufung der Erkrankung zeigt, auch wenn die genauen Gene noch erforscht werden. Oft entwickeln sich die Symptome während hormoneller Schwankungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause.

Symptome von Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sind Wassereinlagerungen weit verbreitet. Typischerweise zeigen sie sich an Beinen und Füßen, an Knöcheln, Unterschenkeln sowie Händen und Fingern. Auch der Genitalbereich kann betroffen sein. Aufgrund der Schwerkraft staut sich die Flüssigkeit besonders in den unteren Körperpartien. Wassereinlagerungen im Gesicht (besonders Augenlider) können aber ebenfalls vorkommen.

 

Hier eine Übersicht der häufigsten Symptome von Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft:

  • Schwellungen

    Geschwollene Beine, oft verbunden mit Beinschmerzen in der Schwangerschaft, sind keine Seltenheit. Oft sammelt sich in der Schwangerschaft auch Wasser in den Füßen und führt zu geschwollenen Füßen (umgangssprachlich „dicke Füße“). Auch plötzlich dickere Waden sind meist verursacht durch hormonell bedingte, harmlose Ödeme. Zeigen sich Schwellungen jedoch plötzlich, sind einseitig, verursachen Schmerzen und gehen mit Fieber einher, so solltest du unbedingt zeitnah einen Arzt kontaktieren, um Thrombosen oder eine Präeklampsie (eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung) auszuschließen. Dies gilt ganz besonders bei Schwellungen im Gesicht und/oder an den Händen.

  • Spannungsgefühl in den betroffenen Bereichen

  • Dellenbildung

    Nach Druck auf die Haut bleibt eine Delle zurück. Dies ist besonders im dritten Trimester der Schwangerschaft festzustellen.

  • Schwere Beine

    Schwere Beine in der Schwangerschaft sind oft verbunden mit Spannungsgefühl oder Unruhe. Sie können mit oder ohne sichtbare Schwellungen auftreten.

Vorteile der Lymphdrainage in der Schwangerschaft

Wasser in den Beinen in der Schwangerschaft ist eine häufige, wenn auch meist harmlose Begleiterscheinung. Die Wassereinlagerungen entstehen durch die mit der Schwangerschaft einhergehenden hormonellen Umstellungen, ein erhöhtes Blutvolumen und den Druck der Gebärmutter auf die Venen. Eine wirkungsvolle Methode, um die Wassereinlagerungen effektiv zu reduzieren, ist die Manuelle Lymphdrainage. Durch sanfte, rhythmische Bewegungen der Hände wird das Lymphsystem angeregt. Ziel ist, dass die im Gewebe eingelagerte Flüssigkeit, die sogenannte Lymphe, besser abtransportiert wird. Die Manuelle Lymphdrainage wird in der Regel von einem speziell dafür ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt.

 

Folgendes kann durch Manuelle Lymphdrainage erreicht werden:

  • Förderung des Lymphflusses

  • Linderung von Schwellungen

  • Schweregefühl wird reduziert

  • Schwangerschaftsstreifen kann in vielen Fällen vorgebeugt werden.

  • Das allgemeine Wohlbefinden wird gefördert.

Manuelle Lymphdrainage ist grundsätzlich am gesamten Körper möglich. In der Schwangerschaft wird Manuelle Lymphdrainage meist an Beinen, Füßen, Armen und dem oberen Rumpfbereich angewandt.

Mögliche Risiken und Kontraindikationen bei einer Lymphdrainage in der Schwangerschaft

In der Regel wird die Manuelle Lymphdrainage bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft durchaus als hilfreich und wohltuend empfunden. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen sie riskant oder sogar gefährlich sein kann. Erfahre hier, wann du vorsichtig sein musst und wann du unbedingt auf eine Lymphdrainage verzichten solltest:

Wann ist Lymphdrainage gefährlich oder verboten?

  • akute Thrombose (Phlebothrombose)

  • Besteht der Verdacht auf ein Blutgerinnsel (plötzliche Schmerzen, Schwellung, Rötung im Bein), kann die Massage eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen.

  • akute Infektionen/Entzündungen

    Bakterielle oder virale Infekte (beispielsweise ein grippaler Infekt) können durch den angeregten Lymphfluss im Körper verteilt werden.

  • unbehandelte Herzinsuffizienz

    Das Herz wird durch die mobilisierte Flüssigkeit zu stark belastet.

  • Fieber oder Hautkrankheiten

    Bei akuten Entzündungen oder Fieber sollte keine Behandlung durchgeführt werden.

 

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Manuelle Lymphdrainage in der Schwangerschaft sollte immer von einem speziell geschulten Physiotherapeuten durchgeführt werden.

  • Die Behandlung sollte ausschließlich nach ärztlicher Absprache erfolgen.

  • Besonders im ersten Trimester ist Vorsicht geboten. Viele Therapeuten führen in dieser Zeit gar keine Lymphdrainage durch, wegen des erhöhten Risikos einer Fehlgeburt.

  • Das Tragen von Kompressionsstrümpfen (ab dem Auftreten von Beschwerden, ansonsten meist ab dem zweiten Trimester oder präventiv, dann früher) kann die Manuelle Lymphdrainage unterstützen.

  • Bei verkürztem Gebärmutterhals oder Plazenta praevia besser auf Manuelle Lymphdrainage verzichten.

  • Die Manuelle Lymphdrainage sollte in der Regel in der Seitenlage durchgeführt werden, damit der Bauch entlastet, der Rücken geschont und Druck auf die untere Hohlvene (Vena Cava) vermieden wird. Behandlungen am Rücken können in einer Sitzposition erfolgen.

 

Wichtiger Hinweis: Die Entscheidung, ob eine Manuelle Lymphdrainage durchgeführt wird, liegt immer beim behandelnden Arzt oder der Hebamme. Vor der Behandlung sollte immer der Mutterpass bereitgehalten und eine ärztliche Verordnung eingeholt werden.

Kompressionsstrümpfe als ergänzende Maßnahme

Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft sind häufig sehr hilfreich, da sie den venösen Rückfluss zum Herzen fördern, was Wassereinlagerungen reduzieren, schwere Beine entlasten und Schmerzen lindern kann. Außerdem helfen sie in vielen Fällen, Besenreisern und dem in der Schwangerschaft erhöhten Thromboserisiko vorzubeugen. Besonders ab dem zweiten Trimester bieten medizinische Kompressionsstrümpfe in der Regel eine sehr gute Unterstützung für das belastete Venensystem. Folgendes solltest du über das Tragen von Kompressionsstrümpfen in der Schwangerschaft wissen:

Hauptfunktionen und Vorteile von Kompressionsstrümpfen in der Schwangerschaft

  • Sie verringern das Risiko von Blutgerinnseln (Thromboseprophylaxe).

  • Knöchel und Beine schwellen weniger an (Reduktion von Wassereinlagerungen).

  • Sie stützen das Gewebe und verhindern die Erweiterung der Venen. Krampfadern wird vorgebeugt.

  • Sie lindern schwere, müde Beine.

  • Sie können Schwindelgefühle beim Aufstehen verhindern oder lindern, indem sie den Blutdruck stabilisieren, das „Versacken“ des Blutes in den Beinen (orthostatische Hypotonie) verhindern und so die Versorgung des Gehirns beim Lagewechsel verbessern.

  • In vielen Fällen helfen sie, Schwangerschaftsübelkeit abzumildern, insbesondere in der Frühschwangerschaft.

 

Gut zu wissen: Kompressionsstrümpfe können bei medizinischer Notwendigkeit vom Arzt verordnet werden, wobei Schwangere bei medizinischen Kompressionsstrümpfen in der Regel von der Zuzahlung befreit sind (üblicherweise für zwei Paar während der Schwangerschaft). Wird ein teureres Modell als die Standardversorgung gewählt (spezielle Farbe, Material), kann allerdings eine sogenannte wirtschaftliche Aufzahlung anfallen.

 

Wichtig: Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten unbedingt in einem Sanitätshaus professionell angepasst werden, idealerweise morgens, wenn die Beine am wenigsten geschwollen sind. Ein perfekter Sitz ist ausschlaggebend für die Wirksamkeit. Auf keinen Fall dürfen die Strümpfe einschnüren! Für Schwangere gibt es Knie- und Oberschenkelstrümpfe sowie Umstandsstrumpfhosen mit speziellem „mitwachsendem“ Leibteil oder einem speziellen Höschenteil. Da das Anziehen manchmal mühsam ist, können spezielle Anziehhilfen genutzt werden.

 

Übrigens: Auch Wassereinlagerungen nach der Geburt sind normal und können sich manchmal sogar zunächst noch verstärken. Meist klingen sie im Wochenbett durch Schwitzen und häufiges Wasserlassen wieder ab, wobei eine vollständige Rückbildung bis zu fünf Wochen dauern kann.

Anwendungstipps für Kompressionsstrümpfe während der Schwangerschaft

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann in der Schwangerschaft in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein. Für eine optimale Wirkung ist aber die richtige Anwendung entscheidend. Hierauf solltest du achten:

  • Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft sollten am besten morgens direkt nach dem Aufstehen im Liegen angezogen werden, da die Beine dann am wenigsten geschwollen sind.

  • Die Kompressionsstrümpfe sollten in der Regel den ganzen Tag getragen und abends ausgezogen werden – es sei denn, es liegt eine spezielle ärztliche Anweisung vor.

  • Die Kompressionsstrümpfe sollten in der Schwangerschaft meist ab dem zweiten Trimester getragen werden – oder auch schon früher, bei ersten Anzeichen von Wassereinlagerungen und Venenproblemen. Manche Ärzte empfehlen, bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen zu beginnen, um geschwollenen Beinen, Krampfadern und Thrombosen effektiv vorzubeugen. Hole also ärztlichen Rat ein, um zu erfahren, was in deinem persönlichen Fall der richtige Zeitpunkt ist. In der Regel können Kompressionsstrümpfe bis sechs oder acht Wochen nach der Entbindung getragen werden.

  • Meist verordnet der Arzt in der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 (mittlere Kompression), da sie bei geschwollenen Beinen, Krampfadern, Wassereinlagerungen oder erhöhtem Thromboserisiko sehr gut wirken. Bei leichten Beschwerden oder zum Vorbeugen können auch Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 (leichte Kompression) ausreichen. Dein Arzt trifft hierbei die Entscheidung.

  • Du kannst deine Kompressionsstrümpfe täglich bei 30 °C (maximal 40 °C) im Schonwaschgang oder per Hand waschen, um die Elastizität zu erhalten.

  • Bei hohen Temperaturen ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen besonders wichtig, da sich die Gefäße bei Hitze erweitern. Modelle zum Beispiel mit klimaregulierenden Eigenschaften können das Tragen der Kompressionsstrümpfe im Sommer angenehmer gestalten.

So kannst du Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Zwar lassen sich Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft hormonbedingt nicht immer vollkommen vermeiden, doch es gibt einiges, was du tun kannst, um ihnen weitgehend vorzubeugen oder die damit verbundenen Beschwerden zumindest zu lindern. Hier eine Übersicht der Dinge, die in vielen Fällen helfen:

Ernährung

Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Auf Folgendes solltest du achten:

  • Ernähre dich ausgewogen und eiweißreich. Eine eiweißreiche Ernährung hilft, Wasser im Blutkreislauf zu binden. Setze am besten auf vollwertige Lebensmittel!

  • Baue kaliumreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Bananen, Gurken, Fenchel, Paprika und Spargel in deinen Ernährungsplan ein. Sie wirken entwässernd und helfen, überschüssiges Wasser aus dem Körper auszuleiten.

  • Entgegen veralteter Ansichten solltest du auf Salz (Meersalz) nicht verzichten. Auch salzarme Diäten sind kontraproduktiv. Genieße Salz stattdessen bewusst, aber nicht übermäßig. Natriummangel kann Ödeme fördern.

  • Vermeide Fertigprodukte, hochverarbeitete Snacks (Chips), Alkohol und Koffein, da diese Wassereinlagerungen fördern können.

  • Du solltest auf entwässernde Mittel (spezielle Tees wie Brennnesseltee/Medikamente) besser verzichten. Lege außerdem keine sogenannten „Entwässerungstage“ ein. Dies entzieht dem Körper zu viel Flüssigkeit.

  • Trinke viel, idealerweise Wasser oder ungesüßten Tee (keinen stark entwässernden Tee). Es sollten mindestens anderthalb bis zwei Liter täglich sein, besser noch zwei bis drei Liter am Tag. So wird die Nierentätigkeit angeregt.

 

Auch in Sachen Bewegung gibt es einiges zu beachten:

  • Regelmäßige leichte Bewegung wie Spazierengehen, Walking, Yoga, Schwimmen oder Aquafitness sind ideal, um den Blutkreislauf in Schwung zu halten und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren.

  • Vermeide langes Sitzen. Stehe zwischendurch auf und gehe ein wenig umher.

  • Auch langes Stehen solltest du vermeiden, da die Schwerkraft Flüssigkeit in die Beine drückt und der Rückfluss zum Herzen stagniert. Ein paar Schritte gehen hilft und kann Linderung bringen.

Übungen bei Lip- und Lymphödem

Thumbnail YouTube-video joviva Übungen bei Lipödem & Lymphödem Physiotherapeutin

Hausmittel und Tipps

Neben einer eiweißreichen Ernährung und ausreichend Bewegung gibt es noch weitere Dinge, die dir helfen können. Diese gehören dazu:

  • Beine hochlegen

    Lagere deine Beine mehrmals täglich für zwanzig bis dreißig Minuten hoch (über Herzniveau). Du kannst dich zum Beispiel auf den Boden legen und die Beine im rechten Winkel an die Wand lehnen, um den Rückfluss des venösen Blutes zu unterstützen. Auch nachts kann es sinnvoll sein, die Beine leicht erhöht zu lagern, etwa indem du ein Kissen unter die Füße legst. So können Schwellungen über Nacht abklingen.

  • Wechselduschen

    Dusche deine Beine abwechselnd warm und kalt ab. Höre jedes Mal mit kaltem Wasser auf. Kaltes Wasser fördert das Zusammenziehen der Gefäße.

  • Meersalzbäder

    Ein warmes Fußbad mit Meersalz kann abschwellend wirken.

  • bequeme Kleidung

    Vermeide zu enge Kleidung (das gilt auch für Socken!), vermeide einschnürenden Schmuck und trage bequeme Schuhe.

Fazit

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft lassen sich in der Regel nicht vollständig vermeiden, da sie unter anderem durch die hormonellen Veränderungen entstehen, die mit jeder Schwangerschaft einhergehen. Doch du kannst einiges dafür tun, den mit den Wassereinlagerungen einhergehenden Beschwerden vorzubeugen oder bereits vorhandene Beschwerden zumindest zu lindern. Eiweißreiche Ernährung, ausreichend Bewegung, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Manuelle Lymphdrainage gehören dazu. Hole dir jedoch in jedem Fall zuvor ärztlichen Rat ein, damit alle Maßnahmen ganz individuell auf dich zugeschnitten sind.

Mitarbeiterin bei joviva, Karin Pütz, Content Writerin
Karin Pütz
Medical Writerin
Autor

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