Wie funktioniert die VAC-Therapie? Vorteile & Ablauf

Wie funktioniert die VAC-Therapie? Vorteile & Ablauf

Aktualisiert am 15.07.2026 |
7 Min. Lesezeit
Geprüft von:Partner Management

Einleitung

Manche Wunden heilen nicht so schnell wie erwartet. Besonders nach Operationen, Verletzungen oder bei bestimmten Erkrankungen kann die Wundheilung deutlich verzögert sein. In solchen Fällen kommt häufig die VAC-Therapie zum Einsatz – eine moderne Form der Wundtherapie, die den Heilungsprozess unterstützen kann.

Das Verfahren, das oft auch einfach als VAC bezeichnet wird, arbeitet mit kontrolliertem Unterdruck und wird vor allem bei schwer heilenden oder größeren Wunden eingesetzt. In diesem Artikel erfährst du, wie die Behandlung funktioniert, wie lange sie dauern kann und welche Vor- und Nachteile die Therapie sowohl im Krankenhaus als auch zu Hause mit sich bringt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die VAC-Therapie ist eine spezielle Form der Wundtherapie, bei der mithilfe von Unterdruck die Heilung unterstützt werden soll.

  • Sie wird häufig bei größeren, tiefen oder schlecht heilenden Wunden eingesetzt, beispielsweise nach Operationen oder bei chronischen Wunden.

  • Die Behandlung kann sowohl stationär als auch unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause durchgeführt werden.

  • Dauer, Ablauf und Erfolg der Therapie hängen von der Art und Größe der Wunde sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

  • Die VAC-Therapie sollte ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen und nicht eigenständig durchgeführt oder verändert werden.

Anwendung und Ablauf der VAC-Therapie?

Die VAC-Therapie nutzt einen kontrollierten Unterdruck, um die Wundheilung zu unterstützen. Dafür wird die Wunde zunächst gründlich gereinigt und ärztlich beurteilt. Anschließend wird ein spezieller VAC-Verband auf die betroffene Stelle aufgebracht. Dieser besteht meist aus einem Schaumstoffverband, der passgenau in die Wunde eingelegt wird.

Der Verband wird luftdicht verschlossen und über einen Schlauch mit einer VAC-Pumpe verbunden. Die Pumpe erzeugt einen gleichmäßigen Unterdruck, der Wundflüssigkeit ableitet und gleichzeitig die Durchblutung des Gewebes fördern kann. In der Medizin wird das Verfahren der Vakuumpumpe seit vielen Jahren eingesetzt, um die Heilung komplexer Wunden zu unterstützen.

Durch den Unterdruck wird die Wunde kontinuierlich überwacht und überschüssiges Sekret in einen Auffangbehälter geleitet. Gleichzeitig kann die Bildung von gesundem Gewebe angeregt werden. Besonders bei tiefen Wunden oder wenn es sich um eine nekrotische Wunde handelt, bei der bereits abgestorbenes Gewebe vorhanden ist, kann die VAC-Therapie Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts sein.

Viele Betroffene suchen im Internet nach „Vakuumpumpe Wunde Bilder“, um sich die Behandlung besser vorstellen zu können. Die genaue Ausgestaltung des Verbandes kann jedoch je nach Art, Größe und Lage der Wunde unterschiedlich aussehen.

Wichtig: Die VAC-Therapie darf ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Änderungen am Verband, an den Einstellungen der Pumpe oder am Behandlungsablauf sollten niemals eigenständig vorgenommen werden.

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VAC-Therapie stationär: Dauer und Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung mit einer VAC-Anlage erfolgt häufig zunächst im Krankenhaus. Dort kann das medizinische Fachpersonal die Wunde regelmäßig kontrollieren und den Heilungsverlauf eng überwachen. Besonders bei größeren Operationswunden, tiefen Verletzungen oder schwer heilenden Wunden bietet die stationäre Behandlung ein hohes Maß an Sicherheit.

Die Dauer der Vakuumtherapie ist individuell unterschiedlich. Während manche Patienten die Therapie nur für wenige Tage benötigen, kann die Behandlung bei komplexen Wunden mehrere Wochen andauern. Entscheidend sind unter anderem die Größe der Wunde, die Durchblutung des Gewebes und der allgemeine Gesundheitszustand.

In der VAC-Medizin wird die Therapie unter anderem bei großen chirurgischen Wunden, infizierten Wunden oder bestimmten Formen von Druckgeschwüren eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise fortgeschrittene Formen eines Dekubitus Grad 4. Auch bei einem Dekubitus Grad 2 oder im Rahmen einer konsequenten Dekubitusprophylaxe kann eine frühzeitige medizinische Versorgung dazu beitragen, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist der regelmäßige Verbandwechsel. In einigen Fällen erfolgt der VAC-Wechsel im OP, insbesondere wenn die Wunde sehr empfindlich ist oder zusätzlich chirurgisch versorgt werden muss. Häufig kann ein VAC-Wechsel ohne Narkose durchgeführt werden. Ob dies möglich ist, hängt von der Größe der Wunde, der Schmerzempfindlichkeit und der individuellen Behandlungssituation ab.

Während der Therapie kontrolliert das Behandlungsteam regelmäßig die Funktion der Vakuumpumpe, den Zustand des Verbandes sowie die Menge der abgeleiteten Wundflüssigkeit. So kann der Heilungsverlauf kontinuierlich beurteilt und die Behandlung bei Bedarf angepasst werden.

VAC-Therapie zu Hause: Voraussetzungen und Herausforderungen

VAC-Therapie zu Hause: Voraussetzungen und Herausforderungen

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die VAC-Therapie auch nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause fortgeführt werden. Dies ermöglicht vielen Patienten, ihre Behandlung in der gewohnten Umgebung fortzusetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Wunde regelmäßig kontrolliert wird und eine fachgerechte Betreuung sichergestellt ist.

Schritt-für-Schritt: So läuft die Versorgung zu Hause ab

1. Ärztliche Beurteilung der Wunde

Bevor die Therapie nach Hause verlegt wird, beurteilt der behandelnde Arzt den Zustand der Wunde und entscheidet, ob eine ambulante Versorgung möglich ist.

2. Einweisung in die Handhabung der VAC-Pumpe

Patienten und Angehörige erhalten eine Einweisung in die grundlegende Bedienung des Geräts. Dabei geht es vor allem darum, Warnsignale zu erkennen und die Funktion der Pumpe zu überwachen.

3. Regelmäßige Kontrolle und Verbandwechsel

Der VAC-Wechsel erfolgt in der Regel durch geschultes medizinisches Fachpersonal. Häufig übernehmen ambulante Pflegedienste oder spezialisierte Wundexperten die Versorgung. Eine allgemeine Anleitung zum Verband anlegen kann die professionelle Einweisung nicht ersetzen.

4. Dokumentation des Heilungsverlaufs

Während der Behandlung werden Wundgröße, Wundzustand und die Menge der abgeleiteten Flüssigkeit regelmäßig dokumentiert. So kann der Heilungsverlauf beurteilt und die Therapie bei Bedarf angepasst werden.

5. Rücksprache bei Auffälligkeiten

Treten Schmerzen, Blutungen, unangenehme Gerüche oder technische Probleme auf, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Außerdem sollte der Wechsel eines VAC-Verbandes niemals eigenständig erfolgen, da Fehler die Wundheilung beeinträchtigen oder Komplikationen verursachen können.

Die Versorgung zu Hause bietet mehr Flexibilität und Lebensqualität, erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten, Pflegekräften und behandelnden Ärzten. Nur so kann die Therapie sicher und erfolgreich durchgeführt werden.

Was sind Vor- und Nachteile einer VAC-Therapie?

Die Vakuumtherapie gilt heute als etabliertes Verfahren zur Behandlung schwer heilender oder komplexer Wunden. Dennoch eignet sie sich nicht für jede Wundsituation und bringt neben ihren Vorteilen auch einige Herausforderungen mit sich.

Vorteile

  • Kann die Bildung von neuem Gewebe fördern und die Wundheilung unterstützen.

  • Führt überschüssige Wundflüssigkeit kontinuierlich ab.

  • Schafft ein geschütztes Wundmilieu.

  • Kann die Größe der Wunde im Verlauf der Behandlung reduzieren.

  • Ermöglicht bei vielen Patienten eine frühere Mobilisation und mehr Bewegungsfreiheit.

  • Kann sowohl stationär als auch unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause eingesetzt werden.

  • Wird häufig bei größeren Operationswunden, (chronischen Wunden) oder im Rahmen einer sekundären Wundheilung eingesetzt.

Nachteile

  • Regelmäßige Verbandwechsel sind erforderlich.

  • Das Tragen der Pumpe kann im Alltag als ungewohnt oder störend empfunden werden.

  • Je nach Wundsituation können Verbandwechsel schmerzhaft sein.

  • Technische Probleme oder Undichtigkeiten des Verbandes können die Behandlung beeinträchtigen.

  • Nicht jede Wunde ist für eine VAC-Therapie geeignet. Bei oberflächlichen Hautschäden oder einem frühen Dekubitus Grad 1 kommen häufig andere Behandlungsverfahren zum Einsatz.

Zu den möglichen Vakuumtherapie-Nebenwirkungen zählen Schmerzen während des Verbandwechsels, Hautreizungen im Bereich der Klebeflächen oder in seltenen Fällen Blutungen und Infektionen. Treten Beschwerden auf oder verschlechtert sich der Zustand der Wunde, sollte die Behandlung umgehend ärztlich überprüft werden.

Ob eine VAC-Therapie sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Wundsituation ab. Ziel der Behandlung ist es, die Heilung zu unterstützen und die Voraussetzungen zu schaffen, die Wundheilung zu beschleunigen.

Kostenübernahme und Verfügbarkeit

Die VAC-Therapie wird in vielen Fällen von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, wenn sie medizinisch notwendig ist und ärztlich verordnet wurde. Ob die Kosten vollständig übernommen werden, hängt von der individuellen Situation sowie den Vorgaben der jeweiligen Krankenkasse ab.

Die Behandlung ist sowohl in Krankenhäusern als auch in spezialisierten Wundzentren und ambulanten Versorgungsstrukturen verfügbar. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Therapie nach einem stationären Aufenthalt auch im häuslichen Umfeld fortgeführt werden. Über die Möglichkeiten im Einzelfall informiert aber stets der behandelnde Arzt.

Fazit

Die VAC-Therapie ist ein bewährtes Verfahren zur Behandlung komplexer und schwer heilender Wunden. Durch den kontrollierten Unterdruck kann sie die Wundheilung unterstützen und sowohl stationär als auch unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause eingesetzt werden. Wie lange die Behandlung dauert, hängt von der Art der Wunde und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Da die Therapie eine fachgerechte Betreuung erfordert, sollte sie stets unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Häufige Fragen zur VAC-Therapie

Roxanne Franz, Medical Writerin Ratgeberartikel
Roxanne Franz
Medical Writerin
Autor

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